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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

angesehen. Ein Levite, Jonathan, ein Enkel des großen FührersMose, war durch Noth dahin gebracht, sich um Nahrung undKleidung als Priester bei einem ncuerrichteten Götzencultus zu ver-miethen. Viele Umstände, die Gewohnheit, die Nachahmnngssucht,der Sinnenreiz verführten die Israeliten zun: Anschluß an dieGötzen der Nachbarn, dagegen war zu einem lauteren Gottesdienstim Sinne des sinaitischen Gesetzes wenig Anregung vorhanden.

Es ist daher gar nicht auffallend, daß die Höhen im israelitischenLande sich mit Altären füllten, und daß bei denselben Spitzsäulen(illsLsbot) angebracht wurden. Die nördlichen Stämme verehrtenentweder die phönicischen Götzen Baal-Adonis und Astarte oderdie ähnlichen der Aramäer; die jenseitigen Stämme nahmen denCultns der Götzen Khemosch und Milkom der Moabiter undAmmoniter an. Die mittleren wandten sich dem Dagon und derTirata der Philister zu^). In manchen Orten wurde der Heilgottunter dem Bilde einer ehernen Schlange und mit der BenennungNechutschan verehrt 2). Hausgötter, Menschengestalten wie Mumien,unter dem Namen Teraphim waren überall anzutreffen und alsOrakelverkünder befragt. Der Gott Israels war zwar geduldet,aber er mußte es sich gefallen lassen, in einem Bilde dargestellt zuwerden. Es war eine Begriffsverwirrung, wie zu allen Zeiten, wennüberkommene alte Vorstellungen mit neuen sich durchkreuzen und ein-ander trüben und die Unverträglichkeit beider mit einander noch nichterkannt ist. So vergafft wurden die Israeliten in den Götzencultus,daß sich Einzelne wie die heidnischen Nachbarn, nach den kanaanitischenGöttern Baal und Astarte (Böschet) nannten: Jernbaal oder

tz Richter 2, 1113; 10, 6.

2) Könige II, 18, 4.

sj Ucber die Gestalt der Teraphim s. Samuel I, 19, 13 fg. Die Figuren,welche die Herren Weser und Duisberg in den Gräbern von Medaba imLande Moab gefunden und die Prof. Schlottmann in der Zeitschrift d. d. m.Gesellschaft, Jahrgang 1872, S. 788 und 796 besprochen hat, sind wohlTeraphim. Die Mumicnform ist unverkennbar. Es sind Figuren mit Kopf,Augen, Nase, Mund, Hals und eingewickeltcm Rumpf. Beide Figuren habenauf der Brust phönicischc Buchstaben in vertikaler Richtung n und

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Prof. Schlottmann liest und 222 .