Geschichte dSr Juden.
als erfahren und weise; ihre Hauptstadt war Taman. Sie hattenfrühzeitig Könige, die, wie es scheint, durch Wahl zur Herrschaftberufen wurden^). — Ihre Gottheit führte denselben Namen, wiedie der Aramäer, nämlich Hadad?), ein Name, nach dem sich aucheinige ihrer Könige benannten. Bon ihren Sitten ist wenig bekannt,sie waren wahrscheinlich denen der Israeliten ähnlich, mit denen siestammverwandt waren.
Nördlich von den Jdnmäern und östlich vom todten Meerwohnten die Moabiter und Ammoniter, die Nachbarn derStämme Gad und Reubcn. Auch sie trieben einen unzüchtigenGötzendienst für den Baal auf dem Berge Peor (s. o. S. 54); beiden Ammonitern führte Baal den Namen Milkom oder Malkom.Neben diesem hatten sie beide gemeinschaftlich noch einen GötzenKhemosch, dessen Wesen und Bedeutung noch unbekannt sind.Wie die Göttin der Moabiter und Ammoniter genannt wurde, istnicht bekannt^). Es war schwer für die israelitischen Stämme, sich indieser Nachbarschaft ihre politische Selbstständigkeit und noch schwererihre geistige Eigenthümlichkeit zu bewahren, zwischen Absonderungund Annäherung das Gleichgewicht zu behaupten, und mit diesensprach- und zum Theil stammverwandten Völkern zu verkehren, ohnesich durch diesen Verkehr zu beflecken.
>) Folgt aus Genesis 36, 31—39.
Folgt aus Jos. und Könige II, 11, 14 fg.
, Daß die Bene-Ammon und Benc-Moab auch eine Göttin verehrt habenmüssen, ist vorausznsctzen, obwohl in der biblischen Literatur sich nichts darüberfindet. Im November 1872 erhielt Prof. Schlottmann in Halle die Copie einerweiblichen Figur, welche eine Göttin darzustellcn scheint. Der Fund soll beiElal (Elealcl gemacht worden sein. Der Buchhändler Shapira in Jerusalemerhielt sie zum Geschenk von seinem Gastfreund, dem Scheich der Beni-Aduanvon Hesbon. Die Figur, 63 Centimetcr hoch, ist aus gebranntem Ton verfertigt,hat auf der Brust die phönicischcn Buchstaben i-x und auf dem Rucken 28 solcherBuchstaben, die noch nicht entziffert sind. Die weibliche Figur ist ganz nackt,zeigt die puäsuän in Gestalt einer Spalte, einen Arm an die Seite gestützt,den andern an den Bauch angelegt und Brüste. Um den Kopf ist eine auf beidenSeiten herabhängende Art Wulst gelegt. Der linke Fuß ist gehoben. Vcrgl.darüber Zeitschr. d. d. m. Gesellschaft, Jahrg. 1872 S. 786 fg,, wo die Figur ab-gcbildct ist. Wenn der Fund acht und kein Schwindel ist — da die Beduinenseit der Auffindung der Mesa-Säule bei Dibban sich förmlich auf Auffindcnvon Altcrthümcrn verlegt haben — so stellt diese weibliche Figur wahrscheinlichdie Göttin die Pforte, Spalte ^.terAntm,, vorlrsto svergl. v. S.) dar.