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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Die Sidonier.

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Am häufigsten war der Verkehr der Israeliten mit den Phöni-ciern, mit denen besonders die Nordstämme, Ascher, Zebulon undJsaschar in nachbarlichem Verhältnisse standen. Die phönicischeuKanaaniter und besonders die Sidonier hatten bereits einen bedeu-tenden Vorsprung vor den auf fremdem Boden unter den mißlichstenVerhältnissen herangewachsenen und in der Wüste umhergewaudertenIsraeliten. Die Bewohner der Stadt Sidou, die edelste Gruppeunter den Phöniciern, hatten beim Einzug des israelitischen Volkesbereits eine hohe Stufe der Cultur erreicht. Zu den weiten undkühnen Fahrten auf dem offenen Meere, welche sie zu allererstgewagt haben, mußten sie die Schiffsbaukuust vervollkommnen undsich auch auf andere dazugehörende mechanische Fertigkeiten verlegen.Tempel und Paläste bauten sie, wenn auch nicht in so riesigenVerhältnissen, wie die Aegypter, für eigene und fremde Bedürfnisse.Purpurfärberei aus dem Blute der Purpurschnecken verstanden nurdie Phönicier, ebenso wie die Glasfabrikation aus dem weißen Sandedes Belusflusses bei Akko. Sie verstanden Metalle aus den Berg-werken zu heben und zu schmelzen, zierliche Schmucksachen anzu-fertigen, Hals-, Ohr- und Fingerringe, die zugleich als Amulettedienten, und die sie auf den Märkten fremder Plätze feil boten.Sidonische Schleier, auf denen die Bilder ihrer Götterlehre eingewebtwaren, wurden gesucht. Die Rechenkunst, wenn auch nicht von denPhöniciern erfunden, war bei ihnen heimisch. Während dieAegypter sich bis zu ihrem Untergänge mit der unbeholfenen hiero-glyphischen Silbenschrift abgequült haben, bedienten sich die Phönicierder ausgebildeten und bequemen Laut- und Buchstabenschrift, gleich-viel, ob sie die Erfinder derselben waren, oder sie einem anderensemitischen Volke entlehnt hatten Z. Das sidonische Kanaan hattebereits eine feste Staatsverfassung, einen König an der Spitze desLandes 2) und geordnete Verhältnisse. Es hatte schon Colonien an-gelegt, wenn auch damals noch nicht die größte derselben, Karthago,so doch bedeutende auf den nahegelegeuen Inseln Cypern und Creta.Durch häufigen friedlichen Verkehr mit vielen Völkern hatte sich ihrGesichtskreis erweitert und ihre Sprache bereichert. Die kanaauitische

y Vergl. Wuttkc, Geschichte der Schrift I. S. 720 fg.

2) Vaihinger in Hcrzog's Real-Encyclop. XI. 616, nach SanchoniathonIX. 2.