Drittes Kapitel.
Die Nachbarn.
Die Phönicier, Aramäer, Philister, Jdumäer, ihre Sitten und ihre Mythologie.Moabiter und Ammoniter. Anschluß der Israeliten an die Nachbarn undNachahmung derselben. Zersplitterung der Stämme, Mangel an Einheitund in Folge dessen Schwäche. Die Retter des Augenblicks.
Als sollte die Prüfung der Söhne Israels, die in Aegyptenbegonnen hatte, noch weiter fortgesetzt werden, oder erst rechtin ernster Weise anfangen, war der neue Schauplatz ihrer Tätig-keit von so verschiedenartigen Völkerschaften umgeben, daß sie, umderen Einwirkungen nicht zu erliegen, entweder eine Wüstenei ringsum ihr Land hätten anlegen flvie es andere Völker zu thun pflegten)oder schon in ihrer Jugend gegen Anfechtungen gestählt undgehärtet hätten sein müssen. Phönicier und Kanaaniter in vielfachenAbstufungen der Cultur, Aramäer, Philister, Jdumäer, Moabiter,Ammoniter, Amalekiter, Araber und Halbaraber waren IsraelsNachbarn. Jede dieser Völkerschaften hatte eigene Sitten, Gewohn-heiten und gottesdienstliche Gebräuche.
Mit allen diesen und noch anderen, weniger bedeutenden Nach-barn kamen die einen oder die anderen Stämme in nähere Berüh-rung. Das Gesetz der Anziehung und Assimilirung, das auch aufgeistigem Gebiete herrscht, machte sich auch bei ihnen geltend, unddie Geschichte des israelitischen Volkes bietet eine geraume Zeithindurch das wunderbare Schauspiel, wie es durch seine Umgebungseine innere und äußere Selbstständigkeit verloren, um sie dannwieder zu gewinnen, und wie es diesen Verlust und Gewinn nocheinigemal wiederholte, um seine Eigenheit desto zäher festzuhaltenund auszuprägen.