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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

Der die Berge gebildet und den Wind geschaffen,

Der den Morgen in Dunkel wandelt,

Auf die Höhen der Erde tritt,

Er ist zugleich der Gott Israels" y.

Der so spät erkannte und doch für den Erdengang des Menschenso erhebende Gedanke, daß der allgewaltige und ordnende Geist,der in der Natur waltet, auch die Geschichte leitet, daß derGott der starren Naturgesetze auch derselbe ist, der sich in demAuf- und Niedergang der Völker und der sittlichen Gesetze kundgiebt, dieser Gedanke ist ein Erzeugniß des Volksstammes, dessenAuge durch seine Geschichte und seinen weiteren Gesichtskreis einengeschärften Blick für das Außerordentliche und Wunderbare erlangte.Ich erhebe mein Auge zu den Höhen,

Woher wird mir Hilfe kommen?

Meine Hilfe kommt von Gott,

Dem Schöpfer des Himmels und der Erde"2).

Diese so einfache Gedankenverbindung konnte nur von diesemVolke und in diesem Lande so klar gefaßt und ausgesprochenwerden. Die Tiefe und Innigkeit des religiösen Gefühls war eineFolge dieses Gedankens; sie beruhte auf selbsterlebter An-schauung, auf dem Zusammenwirken der Sinne und des Geistes,und braucht uicht von Außen der Seele zugeführt zu werden. DieReligion des Geistes ist, so wie die echte Naturpoesie, dem Bodendes heiligen Landes entsprossen.

Auch der Begriff des Gesetzes und der unverbrüchlichen Ordnungist, einmal angeregt, den israelitischen Bewohnern dieses Landes zumHellen Bewußtsein und zur Lebensnorm aufgegangen. Unaufhörlichspült das Mittelmeer seine Wasserfluthen an das niedrige Sand-gestade; peitscht es gar der Sturm, so überfluthen die hohen Wellendie Sanddünen und bedrohen den schmalen Landstreifen mit einerneuen Sintfluth. Aber der Sand ist eine Grenze fürs Meer, eineewige Schranke, die es nicht überschreitet.Es brausen seine Ge-wässer, es toben seine Wellen und können sie uicht überfluthen" 3).Das Meer rauschte dem lauschenden Ohre dasselbe zu, was der flam-mende Sinai geoffenbart hatte:Du sollst nicht." Die allzuüppigeNatur Aegyptens lehrt die Menschen zunächst Ueberschreitung, Geil-

y Amos 4, 13.

2) Psalm 121.

2) Jeremia 6, 22.