Die Naturpoesie, ein Erzeugnis; des Landes.
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„Und Brod, das den Menschen erhält.
„Es sättigen sich die Bäume Gottes,
„Des Libanons Cedern,
„Die er eingepflanzt,
„Wo Vögel nisten,
„Und der Storch auf Cypressen sein Haus hat;
„Die hohen Berge für die Gemsen,
„Die Felsen, Zuflucht für die Bergspringer.
„Er schuf den Mond für die Festeszeiten,
„Er kennt der Sonne Untergang.
„Macht er Finsterniß, und entsteht die Nacht,
„Da reget sich des Waldes Wild,
„Die jungen Löwen, die nach Nahrung brüllen„Und von Gott ihre Speise verlangen.
„Leuchtet die Sonne auf,
„So ziehen sie sich zurück„Und kauern in ihren Höhlen.
„Dann zieht der Mensch zu seiner Arbeit„Und zu seinem Betrieb bis zum Abend.
„Wie groß sind deine Werke, o Gott!
„Alles hast du mit Weisheit geschaffen,
„Voll ist die Erde von deiner Schöpfung'").
Solche Verse konnte nur ein Sohn des Landes Israel austiefster Brust holen, die zugleich von hohem Gottesbewußtsein er-füllt war.
Der Blick, welcher von jedem hohen Punkte aus weithin freischweifen kann und einen ausgedehnten Gesichtskreis nach allenSeiten hin umspannt, hat auf die einfachste Weise den hohen Ge-danken der Unendlichkeit erzeugt, der anderweitig nur auf künst-lichem Wege in das Denkvermögen eingeführt werden konnte.Kinderseelen konnten sich auf diesem Schauplatze mit dem Begriffeder Hoheit und Unendlichkeit Gottes vertraut machen. In seinemnoch jungen Geschichtsgange hatte das Volk Israel den FingerGottes erkannt. Dieselbe mächtige Hand erkannte es auch in demewigen Wogen der unendlich scheinenden Meeresfläche, in dem regel-mäßigen Wiederkehren und Verschwinden der befruchtenden Wolken,in dem Thau, der von den Bergen in die Thäler riefelte, in denalltäglichen Wundern, die ein beschränkter Horizont dem Auge ver-hüllt, ein freier dagegen tiefer erfassen läßt.
') Psalm 104.
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