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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

auf der andern Seite. Vom Hermon aus reicht der Blick nochweiter. Aber wie erhebend ist dieser Blick für die Seele! Vonvielen Punkten aus kann das Auge die schönsten und erhabenstenLandschaftsbilder erblicken. Die Luft ist den größten Theil des Jahresso rein und durchsichtig, daß sie wie künstlich zusammengesetzte Fern-gläser wirkt, die weiten Zwischenräume zwischen Auge und Land-schaft aufhebt und die entfernten Punkte näher rückt. In diesemLande zeigt sich für die empfindende und denkende Seele der FingerGottes:Thabor und Hermon lobsingen seinem Namen." Schöngeformte Bergkuppen oder wellenförmige Bergrücken wechseln mitgrünen Thälern ab und sind durch Wasserspiegel belebt. Sieerdrücken nicht die Seele wie die himmelanragenden Riesen-Kolosse,beängstigen sie nicht durch phantastisch zerrissene wilde Zerklüftung,sondern tragen sie sanft und milde über das Niedere empor undflößen ihr die wohlthuende Empfindung des Lieblichen, Heimischen,Traulichen ein. Schlummert der Keim poetischer Begabung in derBrust des Beschauenden, so kann er durch den Anblick der Schön-heit und Mannigfaltigkeit der Landschaft zur Entfaltung gewecktwerden. Die echte, warme, tiefsinnige Naturpoesie ist auch nur aufdiesem Boden entstanden. Griechen und Rönier kannten sie kaum;denn sie wurzelt zugleich in der liefern Erkenntniß der göttlichenErhabenheit. Die jüngeren Völker, Zöglinge des Volkes Israel,haben sie erst von ihm gelernt. Jene in ihrer Einfachheit undWahrheit unvergleichlichen Verse konnten nur einem Dichtergemütheentströmen, das die Lügengötter, sei es in Thiergestalten, sei esin menschlichen Gebilden als solche erkannte und die Gottheit inrein geistiger Wirksamkeit voraussetzte:

Er entfesselt Quellen in Thälern,

Daß sie zwischen den Bergen fliehen,

Des Feldes Gcthier tränken,

Des Waldesels Durst löschen.

Er tränkt die Berge aus seinen Höhen,

Mit der Frucht seiner Thaten sättigt sich die Erde.

Auf ihnen nisten des Himmels Vögel,

Lassen ihre Stimmen aus dem Gezweige ertönen.

Er läßt Gräser für das Vieh wachsenUnd Kräuter für den Diener des Menschen,

Um der Erde Brod zu entlocken.Und Wein, der das Mcnschenherz erfreut,

Und Oel, das Antlitz hell zu machen,