Druckschrift 
1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

Eigenart Palastina's.

73

zwei kleine Flüsse durchströmen, die nur selten versiegen'). Fastnoch herrlicher prangt die Oase am Südostwinkel des todten Meeres,wo die Stadt Zoar lag, die von ihren Palmenwäldern ganz be-sonders die Palmenstadt (Thamara) genannt wurde. MehrereWinterflüsse (Pachal, Wady) durchströmen die etwa l'/z Meilenlange Oase und befruchten sie, während die Hitze in der Nähe destodten Meeres die Pflanzenkeime schnell entwickelt. Auch hier gedieheinst die Balsamstaude 2). Anderthalb Stunden im Nordosten entferntvom todten Meere wuchs der berühmte Balsam von Gilead beider Stadt Betharam sBet-Haran)^). Und an demselben Meeresind einige Stunden weit Salzsümpfe, die ungesunde Ausdünstungenverbreiten. Beide Seen, der Salzsee und der Harfensee, haben abereine gemeinsame Erscheinung, daß an ihren Ufern heiße Quellenentspringen, welche, mit Schwefel geschwängert, für Krankheitenvon einem gewissen Charakter Heilung gewähren. (Lascha, Kallirhoeim Osten des todten Meeres; Chamat-Dor oder Ammans amKineret-See.)

Das todte Meer erinnerte die Israeliten stets an ein schweresStrafgericht Gottes. Sein Bett war früher eine fruchtbare Tief-ebene, schönwie ein Garten Gottes". Aber die Einwohner derin derselben gelegenen Städte Sodom, Gomorrha, Adma und Zeboimwaren von unmenschlicher Härte. In ihrer Fülle und ihrem Ueber-fluß hatten sie kein Gefühl für Nothkeidende; Fremde durften sichin ihren Mauern nicht blicken lassen, ohne Mißhandlungen aus-

h Sämmtliche Touristen, welche diese Gegend besucht haben, bewunderndie Fruchtbarkeit von En-Gadi hetzt Ain Gidyl. Eusebius bemerkt in Ono-masticon (Ed. Lagarde, p. 257), daß zu seiner Zeit dort ein Dorf bestandenhabe und fährt fort: »Ax--Auch im Talmud (Tr. Sabbat p. 26 a)ist eine Tradition erhalten, daß man Balsam gesammelt hat von En- Gadi bisBethramta; vergl. Note 18.

2) Ueber die Fruchtbarkeit dieser Oase, welche Ghor es-Safieh heißt, vergl.Tristram, Uanck ok Israel p. 343. lieber die Lage von Zoar: Frankel-Graetz,Monatsschr., Jahrg. 1872, S. 387 fg. Eusebius' Onomasticon (s. v.

Zoors: Pvxrnt Xttl

S) Aus der angeführten Stelle in Talmud geht hervor, daß in Bethramtaebenfalls Balsam gesammelt wurde. Bethramta ist identisch mit dem biblischenLin oder 'nn Eusebius'Onomasticon (p. 284> . . .s

7r«o« Es ist das unter Herodes genannte Livias.

Nur von hier kann der Balsam von Gilead gekommen sein. Jetzt heißt esTcll-Haran. Vergl. Note 18.