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Geschichte der Juden.
zu dem von den Nachbarstämmen Wallfahrten veranstaltet wurden.Aber für die Dauer konnte Gilgal nicht als Sammelpunkt dienen;es lag in einer wenig fruchtbaren Gegend und außerhalb jedesVerkehrs. Sobald sich also die Zustände befestigt hatten und diejenseitigen Krieger in die Heimath entlassen waren, mußte eineandere Stätte für das Heiligthum ausgesucht werden. Daß sie imStamme Ephraim liegen müsse, verstand sich bei der damaligenLage von selbst. Auch Josna hatte seinen Sitz innerhalb diesesStammes in Timnat-Cheres, welches die dankbaren Ephraimitenihm überlassen hatten. Die Wahl des Platzes für das Heiligthumfiel sonderbarer Weise auf eine Stadt, die sich durch nichts Besonderesauszeichnete, auf Schilos (Schilo, Tilo, Salem); denn an Höhenund Bergen ist der ephraimitische Landstrich so reich, daß es leichtgewesen wäre, eine geeignetere Stätte dafür zu ermitteln. Selbstder Berg Garizim bei dem Vororte Sichern, der sich ganz besondersals Mittelpunkt eignet, wurde übergangen. Merkwürdiger Weisewurde auch die Stadt Bethel nicht dafür bestimmt, obwohl siebereits im Anfänge eingenommen war so. S.61) und sich Erinnerungenaus alter Zeit an sie knüpften. — Als die Bundeslade nach Schilogebracht war, verstand es sich von selbst, daß hier auch ein Altarerrichtet werden mußte. Hier war ein Sammelplatz i), wenn auch
1) Außer den KK. 18—22 in Josua, wo öfter von Schilo als Cultusstätteund Sammelplatz die Rede ist, haben OXX, noch das. 24, 1 und 25 die L. A.
statt In der That paßt die in V. 26 erwähnte Thatsache besser
zu Schilo als zu Sichem, da hier kein Hciligthum war. In B. 25 hat dieseVersion noch den Zusatz! x^>.,ä tväiTilov rav 6kav, d. h.
'n s-nrr, was auf Sichem gar nicht paßt. Bekanntlich hat der griechische Vcrtcntvon Samuel conscqucnt X^1-ö,u statt ni-w (auch zu Ps. 89, 60; der Alexan-drinns auch hin und wieder in Josua). Diese Schreibweise führt darauf, daßdie Stadt neben n'-w auch genannt wurde, da ohnehin nl-w eine Abkürzungfür sts-w ist. Kann da nicht Ps. 76,3 Schilo sein? Ohnehin führt derGedankengang ganz darauf. Denn Jerusalem nach hergebrachter Erklärungkann es unmöglich bedeuten; denn dann mühte der Tempel sein, aber dieserwar nicht eine Hütte oder ein Zelt. Desto besser paßt der Ausdruck auf denZclttempel in Schilo. Dieser Vers ist also antithetisch aufzufassen.„Seine Hütte war in Schalem lSchilo),. aber sein Wohnsitz ist in Zion"wie der Tempel auch sonst genannt wird, als Gegensatz zur Hütte). Istll'plv Schilo, so kann es dasselbe bedeuten in Genesis 33,18, X2"
vvw „in die Stadt Schilo, die Sichem gehörte". Man braucht sich alsonicht exegetisch abzumartcrn, um dieses zu erklären. Ebenso kann Melchisedek(das. 14, 18) König von Schilo gewesen sein.