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Geschichte der Juden.
war er durchaus nicht, die Quellen selbst stellen ihn keineswegsals solchen dar. Er hatte mehr Sinn und Verständnis für dieWirklichkeit, für das augenblicklich Nützliche und Nothwendige, alsfür die ideale Zukunft. Josua besaß mehr Muth und Feldherrn-geschicklichkeit, die er schon in der Jugend gegen die Amalekiter beiRephidim bewährt hatte. Als Mose vor seinem Hinscheiden Gottangefleht hatte, einen Mann über die Gemeinde zu stellen, der sieaus- und einführcn mag, damit sie nicht wie eine Heerde ohneHirten sei, ist ihm Josua zum Nachfolger bestellt worden. Dieserfand daher bereitwilligen Gehorsam. Allerdings genoß er denVortheil, dem Stamme Ephraim, dem angesehensten unter denStämmen, anzugehören. Sonst hätten sich seine hochmüthigen undaufsässigen Stammgenossen ihm nicht so gefügig gezeigt. Da aberdiese sich unterordneten, so leisteten die übrigen Stämme ohneWeiteres Gehorsam. Führer und Volk, welche bereits namhafteSiege errungen hatten, waren voll Mnth und von der festen Zu-versicht belebt, daß Gott ihre Züge begünstigen und ihren WaffenSieg verleihen würde. Daher zogen sie voll jugendlicher Kraft undSiegeshoffnung in den Krieg.
Die Reihe der Eroberungen traf zuerst Jericho. Diese Stadtlag am Gebirge in einer äußerst fruchtbaren Gegend, in welchernicht bloß hochstämmige Palmen, sondern auch die seltene Balsam-staude gediehen. Ein Fluß ergießt sich in der Nähe in den Jordan,und außerdem ist die Gegend quellenreich. Durch die Nähe destodten Meeres hat das Klima von Jericho den größten Theil desJahres einen hohen Wärmegrad, und die Früchte reifen daselbstfrüher als weiter landeinwärts. Es war daher von Wichtigkeit,sich zunächst in den Besitz dieser Stadt zu setzen. Jericho wurdeaber stärker befestigt, weil die Einwohner, zu wenig auf Gegenwehrvertrauend, nur hinter den Mauern sich sicher fühlten. DieseMauern stürzten aber zusammen, wie erzählt wird, bei dem weithintönenden Getöse, welches die israelitischen Krieger erhoben. Diesedrangen ohne großen Widerstand in die Stadt ein, und machtendie durch unzüchtige Lebensweise erschlaffte Bevölkerung nieder. Derleichte Sieg über Jericho machte die israelitischen Krieger toll-kühn. Zur Eroberung der zwei bis drei Stunden nördlich davongelegenen Festung A'r glaubten sie, sei eine kleine Schaar ge-nügend, da sie wenig Bewohner zähle. Daher sandte Josua nur