Zweites Kapitel.
Die Einnahme des Landes Kanaan.
Josua's Nachfolge. Uebergang über den Jordan. Wichtige Eroberung vonJericho. Die Gibeoniten. Coalition kanaanitischer Städte gegen die Israe-liten. Sieg bei Gibeon. Besitznahme des Landes. Vereinzelung derStämme und ihre Anthcilc. Der Stamm Lcvi, die Bundeslade zu Schilo.Beschaffenheit des Landes Kanaan-Israel. Klima und Fruchtbarkeit. GeistigeAnregung, Natnrpoesie. Ueberbleibsel der kanaanitischen Völkerschaften.Josua's Tod.
Keinerlei Widerstand fanden die, Israeliten beim Uebergangüber den Jordan und bei ihrem weiteren Vorrücken. Der Schreckenhatte die Stämme und Völkerschaften, welche im Besitz des Landeswaren, gelähmt. Auch einigte sie keinerlei Band zu einen: einzigenGanzen, um mit großen Massen den Eindringlingen entgegen zutreten. Es gab zwar, wie erzählt wird, einunddreißig Könige imLande Kanaan, außer denen, welche an dem Küstenstrich desMittelmeeres wohnten; aber es waren eigentlich nur Stadtkönige,welche je eine Stadt mit ihrem Gebiete beherrschten, und diesehatten keinen Zusammenhang unter einander. Ruhig ließen sie
die Israeliten in Gilgal, zwischen dem Jordan und Jericho,ein großes Lager errichten und rührten sich nicht. Die feste StadtJericho selbst, welche voraussichtlich zuerst an die Reihe kommensollte, erobert zu werden, hatte von den Nachbarstädten keinerleiHilfe zu erwarten, und war auf sich selbst angewiesen. Die
israelitischen Stämme dagegen waren geeint, erobcrungslustig undkriegsgeübt, und hatten einen Führer, der sich schon früher imKriege bewährt hatte.
Josua, Sohn Nun^s vom Stamme Ephraim, galt als be-rechtigter Fortsetzer des großen Propheten, da dieser ihm die Handaufgelegt und von seinem Geiste ihm mitgetheilt hatte. Prophet