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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
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Die Richterhelden, welche zuerst den Geschichtsstoff liefern, Ehud,Gideon, sein Sohn Abimelech und ganz besonders Jephtah undSimson, tragen so wenig israelitische Züge, daß man sie eben sogut für Kanaauiter oder Philister oder Moabiter halten könnte.Man hat daher von Simson behauptet, er sei nach dem Bilde deslyrischen Herakles geschaffen. Die meisten Könige, ihre Söhneund ihr Hof bewegten sich so ungebunden, als hätte es kein Gesetzgegeben, das ihrer despotischen Willkür eine Schranke setzte, alswüßten sie nicht einmal etwas von dem Zehnworte des Sinai. DasVolk selbst ist Jahrhunderte lang von wüstem Götzenthum befangenund unterscheidet sich wenig von der sie umgebenden heidnischenWelt. War es wirklich von Hause aus nichts besonderes? Hat eseine geraume Zeit hindurch den gleichen Schritt mit seinen semiti-schen Stammbrüdern gehalten, und erst später, viel später, ineiner bestimmbaren Zeit seine Eigenart und den Gegensatz gegendie es umgebende Welt ausgeprägt? Hat der Sinai nicht an seinerWiege geflammt, sondern ist er erst später in die Geschichte hineingetragen worden? Zweifler haben es behauptet, aber die Ueber-bleibsel der israelitischen Poesie aus uralter Zeit strafen sie Lügen.Mehrere Jahrhunderte vor der Entstehung des Königthums, in derersten Zeit der Richterhelden, in den Tagen der Debora,derMutter in Israel", besang ein Dichter schon die großartige Erschei-nung der Offenbarung am Sinai, schilderte dieser schon dasVolkGottes" als wesentlich verschieden von seiner Umgebung und führteschon dessen Schwäche auf die Ursache zurück, daß es sich fremdeGötter erwählt und von seinem andersgearteten Ursprünge abge-fallen seil). Wenn man auch der Geschichtserzählung nicht trauenwill, so muß man der Poesie glauben, sie ist eine untrügliche Augen-zeugin. Man kann nicht daran zweifeln, daß die geistige Geburtdes Volkes Israel mit seiner leiblichen zugleich begonnen hat, daßder Sinai die Geburtsstätte der einen, wie Aegypten die der anderenwar, und daß die Bundeslade mit den hochheiligen Zehnwortenvon seiner Kindheit an seine stete Begleiterin war. Der Kernseiner gegensätzlichen Ueberzeugung von Gott und seiner sittlichenAufgabe, die Grundlehre, die in steinerne Tafeln eingegraben war,ist uralt und gleichaltrig mit dem Träger. Auserwählte des Volkes,

l) Vcrgl. weiter unten S. 116.