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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Leichentuch bedeckt habe. Ganz das Gegentheil. Sämtliche Völkerdes Alterthums, mit Ausnahme der Israeliten, haben auf den Todein Hauptgewicht gelegt, haben Todtenopfer gebracht und dabei sicheiner andächtigen, trüben Stimmung hiugegeben. Das waren ihreMysterien, die, wie jede Uebertriebenheit, in ihr Gegentheil, in dieAusgelassenheit der Orgien, nmschlugen. Ihre Götter selbst standenmit dem Tode in Verbindung, sie galten nicht als Erlöser von dem-selben, sondern als seine Opfer; auch sie mußten eine Todesfahrtantreten, und hier und da wurde der Sarg oder das Grab oderdie Schädelstätte eines Gottes gezeigt. Das israelitische Wesen, dasin Gottdie Quelle des Lebens" verehrte, legte gerade aufdas Leben so viel Gewicht, daß es Alles, was an den Tod erinnert,aus dem Kreis des Heiligen verbannt wissen wollte, und über Das,was im Grabe und jenseits desselben eintreten wird, hat es sowenig gegrübelt, das ihm auch entgegengesetzt der Vorwurf gemachtwurde, es habe lediglich dem hienidigen, irdischen Leben gefröhnt.Und es ist wahr. Seine Propheten haben kein höheres Ideal ge-kannt, als daßdie Erde voll von lauterer Glaubenserkenntniß seinwerde, so wie das Meer sein Bette bedeckt." Es schätzte das Leben hoch,freilich ein sittliches, würdiges und heiliges Leben. Erst nach langemunglücklichem Geschichtsgange hat sich von Außen her die düstere,asketische Lebensanschauung in seine Mitte eingeschlichen, hat einendüsteren, lebensfeindlichen Orden erzeugt, der allgemach auch diereine Freude als Sünde gestempelt und die Erde als ein Jammer-thal angesehen und zum Theil auch dazu gemacht hat. Nein, dasisraelitische Volk hat nichts gemein mit seinen Blutsverwandten,die man Semiten nennt, weder mit ihrer sich selbst zerfleischendenRaserei zu Ehren des einen, noch mit ihrem fleischlichen Taumelzu Ehren des anderen Gottes. Es hat sich von ihnen geschiedenund in einer harten Zucht von deren Verkehrtheiten entwöhnt. Manverkennt es auch vollständig, wenn man überklug seine Eigenart ausdem Wesen der Semiten erklären will, so wie man es verkennt,wenn man es nach dem Verhalten der beiden aus seinem Schooßegeborenen Töchter beurtheilt; diese sind Mischehen eingegangen undhaben von ihrem angestammten Wesen viel abgestreist.

Gewiß, das israelitische Volk hat auch seine großen Fehler, eshat viel gesündigt und ist auch in Folge seiner Sünden hart genuggezüchtigt worden. Die Geschichte soll eben diese Fehler, ihren