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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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oder Großen, ob sie die Erde, den Schauplatz ihrer Thätigkeit, voneiner in sich einheitlichen Macht oder von mehreren einander feind-lichen Mächten beherrscht glauben. Die eine Vorstellung verbürgtihnen in Allem Einklang und Frieden und sänftigt sie, die andere zeigtihnen in Allem Zerrissenheit und Zwietracht und macht sie verwildert.Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen im Gegensatz zu derlästerlichen Menschenähnlichkeit Gottes dieser Folgegedanke ausder Einheitslehre, prägt dem Menschen Achtung vor sich selbst undAchtung vor Seinesgleichen ein und stellt das Leben auch des Ge-ringsten unter religiösen und sittlichen Schutz. Ist das Aussetzenvon Neugeborenen durch die Hand ihrer Eltern ein Verbrechen?Bei den alten Völkern, auch bei den Griechen, galt es keineswegsals solches. Die Berge hallten öfter von dem Wimmern weiblicherKinder wieder, oder die Flüsse trieben Leichen solcher Wesen, welchedie Eltern ohne Gewissensbisse hineiuwarfen, wenn sie ihnen lästigwaren. Die Menschen des Alterthnms empfanden keinen Stich imHerzen beim Anblick eines solchen Kindermordes, und noch wenigerhat ein Gerichtshof eine solche Unthat geahndet. Einen Sklavengetödtet zu haben machte so wenig Aufsehen, wie ein Wild erlegtzu haben. Warum empfinden die gesitteten Menschen der Gegen-wart schon bei dem Gedanken an solche Unthaten einen Schauder?Weil das israelitische Volk das Gesetz hinausgerufen hat:Du sollstnicht tödten, denn im Ebenbilde Gottes ist der Mensch erschaffen";auch nicht ein junges Leben, auch nicht einen der DienstbarkeitVerfallenen sollst Du tödten. Man hat behauptet, daß die Einsichtder Menschen Riesenfortschritte gemacht, daß aber die moralischeGesittung der Menschen weit, weit hinter ihr zurückgeblieben seiund seit undenklichen Zeiten nur um ein Weniges zugenommenhabe. Man muß aber bedenken, daß die Rohheit der Menschen erstviel später abgeuommen hat, als ihre Unwissenheit. Das schlummerndeGewissen, der unwillkürliche Abscheu vor einer Reihe von Lastern isterst sehr spät geweckt worben, und das israelitische Volk war einer derWecker. Der Gedanke und die Gesinnung, daß alle Menschen vordem Gesetze, wie vor Gott gleich seien, daß der Fremde wie derEinheimische behandelt werden soll, ist ebenfalls aus dem Gedankender Gottesebeubildlichkeit des Menschen hervorgegangen und ist vomisraelitischen Volke als ein Staatsgrundgesetz ausgestellt worden. Eswar die erste Anerkennung- eines Theils der Menschenrechte. Die