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wenige Pessimisten und Böswillige absprechen. Und hätte es auchnur den gesitteten Theil der Menschen von dem Wahne des wüstenGötzenthums und dessen Folgen, der sittlichen und gesellschaftlichenFüulniß, geheilt, so verdiente es schon deswegen eine besondereBeachtung. Es hat aber noch viel mehr für das Menschengeschlechtgeleistet.
Welchen Ursprung hat denn die Höhe der Gesittung, deren sichdie Culturvölker der Gegenwart rühmen? Diese sind nicht selbst dieErzeuger derselben, sondern die glücklichen Erben, welche mit derHinterlassenschaft aus dem Alterthume gewuchert und sie vermehrthaben. Zwei schöpferische Völker waren die Urheber der edlen Ge-sittung, welche den Menschen aus dem Urzustände der Barbareiund der Wildheit emporgetragen haben: das hellenische und dasisraelitische, ein Drittes giebt es nicht. Das lateinische Volkhat nur eine strenge Polizeiordnung und eine ausgebildete Kriegs-kunst geschaffen und überliefert; nur zuletzt in seiner Greisenhaftig-keit hat es noch dazu Käferdienst verrichtet, den VorgefundenenBlüthenstaub dem empfänglichen Fruchtboden zugetragen zu haben.Schöpfer und Gründer der höheren Cnltur waren die Griechen undHebräer ganz allein.
Nehmet den romanischen, germanischen und slavischen Völkernder Gegenwart diesseits und jenseits des Oceans Das, was sie vondem hellenischen und israelitischen Volke empfangen haben, so würdeihnen viel, sehr viel fehlen. Doch man kann diesen Gedanken nichtvollenden; man kann diesen Völkern nämlich das Entlehnte gar nichtmehr nehmen und aus ihrem Wesen ausscheiden. Es ist so tief inBlut und Saft ihres Organismus eingedrungen, daß es einen Theilihrer selbst bildet, und sie dadurch zum Träger und Fortpflanzerdesselben geworden sind. Es war die Leiter, auf welcher diese Völkerdie Höhe erklommen haben, oder richtiger, es bildete den elektrischenStrom, welcher die in ihnen schlummernden Kräfte entbunden hat.Das Griechenthum und das Jsraelitenthum oder — um ohne Zimpfer-lichkeit zu sprechen — das Judenthum, beide haben eine idealeAtmosphäre geschaffen, ohne welche Culturvölker gar nicht denkbarsind. Wie gering auch die Dosis war, welche die Wandervölkernach dem Untergang der sogenannten alten Welt aus der Ideal-Fülle dieser beiden Quellen vermittelst der Römer empfangen haben,wie verdorben auch die Gefäße waren, welche ihnen diesen Lebens-