Druckschrift 
1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

dieselben auf ihre Resultate sorgfältig zu prüfen und die ge-wonnenen Ergebnisse immerdar zur Bereicherung und Be-richtigung einer neuen Auflage seiner Geschichte zu verwertenoder, wenn es ihm genügend wichtig dünkte, in einembesonderen Aufsatze niederzulegen. Denn außer seineu ge-schichtlichen und exegetischen Werken, welche schon durch ihrestattliche Zahl wie durch ihren äußeren Umfang überausbedeutsam erscheinen, hat er nebenhin zahllose Abhandlungenund Programmarbeiten über die verschiedensten Themata ver-öffentlicht. Unter den Aufsätzen gibt es wahre Perlen, Mustervon stilistischer Klarheit und gründlicher Gelehrsamkeit, inmanchen kommen allerdings gewagte Behauptungen zumVorschein; als eine derartige Aufstellung, an der er stets fest-hielt, sei hier beispielsweise aufgeführt, daß die Massorah vonden Karäern herrühre und aus ihrem Schrifttum zu uns her-übergedrungen sei; eine Hypothese, über welche man sich mehremphatisch entrüstet hatte, als daß man sie durchschlagendwiderlegte, und für welche manches verdächtige Anzeichenspricht. Von seinen Programmschriften seien als besonderswertvoll hervorgehoben:Die westgothische Gesetzgebung inbetreff der Juden" zum Jahresbericht des jüdisch-theologischenSeminars 1868 ,Frank und die Frankisten" zu 1868 ,DasKönigreich Messena und seine jüdische Bevölkerung" zu 1879 .In der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Juden-tums, deren Redaktion er, wie bereits angegeben, von 1869bis Ende 1887 führte, stammt der größte Teil der darin ent-haltenen Aufsätze von seiner Feder her.

Er verstand es eben merkwürdig, seine Zeit ganz und garauszukaufen. Jeder Morgen fand ihn schon um 6 Uhr vorseinem Schreibtisch, und bis 9 Uhr beschäftigte er sich ununter-brochen mit schriftstellerischen Arbeiten; nach 9 Uhr pflegte erseine Vorlesungen aufzunehmen. Er unterhielt eine aus-gedehnte Korrespondenz, fand für alles Muße und gab sichgern den harmlosen Freuden heiterer Geselligkeit hin. Freilichsuchte er erst spät sein Nachtlager auf und bedurfte überhauptuur wenig Schlaf. Die kerngesunde, fast unbezähmbare Kraftfeines Nervensystems gebot über eine körperliche Konstitution,welche die materielle Grundlage für eine außergewöhnlicheLeistungsfähigkeit in vollstem Maße in sich barg. Von Staturmittelgroß, die Haltung etwas vornüber geneigt, besaß er eine