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den Einzelheiten auf den Grund zu gehen sucht, sein Blick bleibtunverwandt auf das Ganze gerichtet, allenthalben will er durchdas wild wuchernde Buschwerk einen Weg schlagen, oder ausden umher verstreuten Splitterstücken und ihren Bruchflächendie Adern und Linien erkennen, an denen sich die wesentlicheRichtung und der Verlauf des historischen Prozesses verfolgenläßt. Durch die Energie, mit der er große Gedankenmassenfast spielend zu bewältigen und zu gruppieren versteht, durchdie Klarheit, mit der er in seinen gelehrten Exkursen das Fürund Wider disparater Berichte, Belege und Indizien einandergegenüberstellt, um dann mit geschickter Hand den leitendenFaden aus dem verknäuelten Durcheinander herauszugreifenund festzuhalten, durch die Enschiedenheit, mit der er, auch aufdie Gefahr zu irren, zu allen Ereignissen und Persönlichkeitenscharf Stellung nimmt und seiner Stellungnahme einen unum-wundenen, kräftigen Ausdruck gibt, ist es ihm gelungen, indas öde und wirre Chaos des geschichtlichen Stoffes Licht undÜbersichtlichkeit, Ordnung und System zu bringen. Manvergleiche einmal die Betrachtungen, welche er als „Einleitung"einzelnen Teilen seines Werkes, wie dem 4., 5., 7. voraus-geschickt, um den glücklichen Blick zu würdigen, mit dem er dietreibenden Ideen und die orientierenden Punkte herauszu-heben und zu fixieren versteht; es ist dies nicht bloß in großenund allgemeinen Zügen hingeworfen, es wird auch im einzelnenausgeführt.
Um doch das eine oder andere Beispiel dafür beizubringen,wie unser Historiker auf solche Weise die geschichtliche Forschunggehoben und auch bereichert hat, sei auf das Kapitel von GaonSaadiah (Bd. 5) hingewiesen, der von Rapoport ans Licht ge-zogen worden, über den Geiger dann wertvolle Aufschlüssegegeben, dessen epochemachende Bedeutung und schriftstelle-rische Tätigkeit erst von Graetz in das volle Licht gerückt wurde.— Chasdai Creskas ist in seinem hochbedeutsamen Einflußauf philosophischem und sozialem Gebiet erst von Graetzwieder erkannt (Bd. 8) und gewürdigt worden. — Der großeReligionsdisput von Tortosa, über den eine gute jüdischeQuelle berichtet, ist doch erst durch eine scharfsinnige Konfron-tation dieser Quelle mit christlichen Mitteilungen in seinemgeschichtlichen Zusammenhang und seiner politischen TendenztBd. 8) klar gestellt worden. — Aus dem sagenhaften Zwielicht,