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und konsequent durchgeführt worden und damit der Bodenbereitet, um die verschiedenen Seiten des Judentums in ihrerFülle und Reichhaltigkeit zu Bewußtsein und Verständniszu bringen.
Graetz hat ferner nicht nur neueQuellen erschlossen, er hat den bereitserschlossenen nicht selten neue Gesichts-punkte und überraschende Aufklärungenabgewonnen. Er verstand es besonders,jüdischen Berichten, die fast verblaßtschienen oder gar unglaubwürdig klangen,durch Aufspürung schwer erkennbarerParallelen und Belege bei uichtjüdischenSchriftstellern den farbenfrischen Hinter-grund oder die lebensvolle Wirklichkeitoder doch den tatsächlichen Kern zu rekon-struieren, und suchte bald mit m e hch baldm it weniger Glück überall Mittelgliederund Ergänzungsstücke heraus zu findenund einzufüge n. Als er mit dem Mut der Begeiste-rung an das kühne Werk ging, war die jüdische Geschichtezumeist noch ein weites, unübersehbares Trümmerfeld, überwelches flammende Ereignisse ihre Lava ergossen, der Staubder Jahrtausende sich niedergeschlagen hatte. Nur einzelneSchöpfungen ragten aus der weiten unwegsamen Ode dertrostlosen Verwüstung spärlich hervor; sonst gab es wederSteg noch Spur, um sich in diesem Labyrinth von Trümmern,Schutt und Gestrüpp zurecht zu finden. Allerdings hatten diegroßen Schöpfer der jüdischen Wissenschaft, Zunz und Rapoport,welche noch immer nicht, ihrem außerordentlichen Verdienstentsprechend, nach Gebühr von unseren Glaubensgenossengewürdigt sind, bereits ihre trefflichen, grundlegenden Vor-arbeiten gefördert; weite Strecken waren wohl von ihnenerfolgreich aufgeschlossen und fruchtbar gemacht worden,dieselben glichen jedoch nur kleinen oder größeren Inseln indem wüsten Schuttmeer, sie boten keinen Überblick über dasGanze, reichten nur selten über das literarische Gebiet hinausund führten nicht zu den das Gesamtgebiet beherrschendenKnotenpunkten. Hierin hat sich Graetz vornehmlich als Pfad-finder betätigt. Welche Zeit er auch behandelt, wie sehr er