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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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jüdisch-theologischen Bildungsanstalt, die am 10. August 1854unter der Direktion Frankels eingeweiht und eröffnet wurdeund den NamenJüdisch-theologisches Seminar, FränckelscheStiftung" erhielt, eine ihm erwünschte Lebensstellung ein-zunehmen.

Es war eine providentielle Fügung, daß drei Männervon so ungewöhnlicher Bedeutung wie Frankel, alsDirektor der neuen Anstalt, Graetz und Jakob Ver-näh s, als ihre ordentlichen Lehrer, dazu berufen waren,die theologische Bildung des Rabbinentums in die moderneRichtung hinüberzuleiten. Jeder von ihnen hatte seine aus-geprägte Eigenart, jeder von ihnen war ein üoino trinmlitteiarnm in dem Sinne, daß sie, ein jeder nach Vortrittund Maßgabe seines Spezialstudiums, das hebräisch-rabbinische,das antike und das moderne Schrifttum beherrschten, jedervon ihnen hatte sich durch ernstes und tiefes Denken zu einerkonservativen Auffassung des Judentums durchgerungen.Jakob B e r n a y s I) ein Meister der klassischen Philologievon weithin reichendem Ruf, besah unstreitig das wirkungs-vollste Lehrgeschick, das jedoch begabte Schüler hauptsächlichzu seiner Voraussetzung forderte, Frankel wirkte durchorganisatorische und praktische Befähigung und übte eineAutorität, welche die Zöglinge in religiöser, wie wissenschaft-licher Richtung auf das Heilsamste beeinflußte; beide hattenjedoch das Streben, ihre wissenschaftliche Sonderart demSchüler anfzuprägen, wohingegen GraeH auf jede Indivi-dualität achtete und seine Lehrtätigkeit besonders auf die An-regung, Befruchtung und Aufmunterung seiner Hörer zurichten Pflegte. Während Frankel gern die straffe Ord-nung und minutiöse Sorgfalt des elementaren Schulwesensauf sein theologisches Seminar übertragen wollte,weilihn: am Herzen lag, tüchtige Talmudisten und praktischeRabbiner ausznbilden, und Bernays wiederum den roman-tischen Schimmer einer theologischen Fakultät im Auge hatte

H Er war ein Sohn des Hamburger Rabbiners, oder wie er sichnannte Chacham, Isaak Bernays.

2 ) Diese Tendenz fand ihre Berechtigung in dein Umstande, daß inanunter den obwaltenden Verhältnissen sür die Aufnahme in die Anstalt keinhöheres Maß profaner Kenntnisse fordern konnte, als für die Sekunda einespreußischen Gymnasiums ausreichte, und Schülern vom 16. Jahr an denEintritt gewähren wollte.