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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
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nicht die satte, starke Farbe. Ohne Rücksicht auf irgend welcheEmpfindlichkeit wählt er die deutlichste, schlagendste Bezeich-nung, um gemeinverständlich zu sein, um über seine Ansichtkeinen Zweifel aufkommen zu lassen, um die Gestalten undBegebenheiten, wie sie in seinem Kopfe sich malen, in klaremUmriß und am richtigen Platz auf der Bildfläche hervortretenzu lassen. Es war begreiflich, daß das Buch bei seinem Er-scheinen großes Aufsehen machte und sich sofort sein Publikumeroberte, bei dem es Gunst und Beifall in reichem Maßefand. Dagegen verhielten sich die gelehrten Fachgenossenzum größten Teil anfangs zurückhaltend. Sie stutzten überdie neuen Momente, die, wie z. B. die christlichen Sekten-bildungen, zur Vervollständigung des Gesamtbildes unge-scheut herangezogen wurden, und konnten sich nicht hinein-finden, daß moderne Schlagworte und feuilletonistische Wen-dungen auf jene alten Verhältnisse übertragen wurden.

Wenn der Verfasser beispielsweise Nachum aus Gimso,dem die vielen Widerwärtigkeiten seines Lebens immer zumGuten ausgeschlagen seien, als denCandide"^) der tannai-tischen Sagenwelt bezeichnet, wenn er die Details des Bar-Kochbaschen Aufstandes, dessen Kapitel zu den schönsten undergreifendsten Partien seines Geschichtswerks gehören, auseinzelnen Namen und versprengten Trümmerstücken zu rekon-struieren sucht uud sogar von zwei Verteidigungslinien, derEsdrelonlinie und der Tur-Malkalinie spricht,^) wenn er demgefeierten R. Jehudah Ha-Nassireizbare Empfindlichkeit"zuschreibt,3) wenn er, den talmudischen Berichten vertrauend,den Römern die zivilisatorische Mission in Asien abspricht undsie namentlich für Vorderasien als Kultur zerstörend, Moralvergiftend schildert, so waren die Kritiker und Sachkundigendamals mit sich noch nicht im Klaren und wagten nicht zu ent-scheiden, ob hier die Kühnheit einer genialen Originalitätdurchbricht, oder nur die Unmanier einer phantastischen Effekt-hascherei sich aufspielt, deren falscher Flitter die Probe derZeit nicht bestehen würde. Es kam noch hinzu, daß die religiösenParteien, welche unter den welterschütternden Ereignissenvon 1848 und deren Nachwirkungen Wohl den öffentlichen und

1) Geschichte der Juden, B. IV. (1. Auflage), S. 22.

2 ) Geschichte der Juden, B. IV, (1. Auflage), S. l69.

-) Ebenda S. 236.