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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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fundeir, welche ihm mit unbegrenzter Verehrung und Teil-nahme ergeben war, in deren Empfindung sein Denken undFühlen einem vollen und meist geklärten Widerhall begegnete.Und wie sein seelisches Leben, so teilte sie auch sein geistigesStreben, sie hat sich des Gatten wissenschaftliche Interessenzu eigen gemacht und ihm wie ein sorgsamer Hilfsarbeiterbei seiner gelehrten Beschäftigung die förderlichste Handreichunggeleistet.

So ging denn der neue Schuldirigent am 15 . Oktober1860 in Lundenburg mit Eifer und Lust an seine Tätigkeit,dirigierte, klassifizierte, hielt feierliche Ansprachen und unter-richtete. Wie es scheint, fehlte auch der Erfolg nicht, denn er-fand ermunternden Beifall. Im Schatten seiner kleinen,aber glücklichen Hütte nahin er seine literarischen Pläne undArbeiten wieder auf, hatte er ja für seine Vorträge in Nikols-burg ein reiches Material über die talmudi che Zeit gesammelt,das er nun verwerten wollte.

Es dauerte jedoch nicht lange, so chten sich trübe Schattenin den idyllischen Zustand. Mit Hirsch war es fast zu einemZerwürfnis gekommen. Als das junge Ehepaar in Nikols-burg bei ihm seinen Antrittsbesuch machte, verlaugte dieservon der jungen Frau, daß sie, eurem talmudischeu Brauchzufolge, ihr schöues Haar mit einer Art Perücke, einem soge-nannten Scheitel, verdecken möge, wogegen dieselbe sich mitdem ganzen Stolz einer gekränkten Frauenseele zwar höflich,doch entschieden verwahrte; auch Graetz wies das Ansinnenenergisch zurück, und man schied wenig befriedigt von einander.Schwerer und lästiger drückten die dunklen Nebel, wie sie sichaus dem trüben Dunstkreis des engen und undiszipliniertenGhettolebens, zumal iu einer österreichischen Kleingemeinde,zu entwickeln pflegten. Die Eifersucht der rabbinischen Lokal-größe, eines beschränkten Talmudisten, der von Graetz' Ruhmverdunkelt zu werden fürchtete und daher ab und zu seineamtliche Überlegenheit geltend machte, krähwinkelige Rivali-täten, gegen die Notabilitäten der Gemeindestube gerichtet,welche die leitenden Personen in den Angriffen auf die vonihnen begünstigten Einrichtungen und Männer treffen wollten,ließen es Graetz in ihren: verbissenen Ingrimm empfinden,daß des Lebens ungemischte Freuden keinem Sterblichen undam allerwenigsten dem Dirigenten einer israelitischen Ge-

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