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zuschließen. Überdies war am 23. Juli 1847 das Gesetz fürdie Verhältnisse der Juden in Preußen erschienen, und eswar noch nicht abzusehen, wie sich die Zustände unter derHerrschaft des neuen Gesetzes gestalten würden. Einzelnewohlhabende Privatleute übernahmen daher die Verant-wortlichkeit, um die verschiedenen Vertragsverhältnisse, vor-nehmlich betreffs der Religionsschule, zu ordnen. Da fegtendie politischen Stürme des Jahres 1848 über die preußischenLande hin. Wirtschaftliche Erschütterungen traten ein, nochschwerere wurden befürchtet, und in der Furcht davor zogeujene Privatleute ihre Bürgschaft zurück. Daraufhin erfolgteder Zusammenbruch der orthodoxen Religionsschule, in jenenKreisen das erste Opfer der politischen Sturmflut, deren Wellen-ringe ihre zerstörende Wirkung bis in die entferntesten Lebens-beziehungen hinüber spielten. Graetz stand abermals auf derStraße, ohne Beschäftigung, ohne Brot.
Damals richteten sich aller Augen nach Wien, wo dieVolksbewegung große Dimensionen angenommen und über-raschende Erfolge errungen hatte; dort stand die Demokratiein Waffen, hatte sich der österreichischen Hauptstadt bemächtigt,und man knüpfte große Hoffnungen daran, daß das Waffen-glück daselbst zugunsten der demokratischen Partei entscheidenwürde. Durch Vermittlung eines Studienfreundes, desvr. B. FriedmannZ) der später als Rabbiner in Mannheimfungierte, in jenen Tagen aber als wirksamer Volksredner inBreslau sich hervorgetan und bei der Redaktion der demokra-tischen Oderzeitung mitwirkte, wurde an Graetz das sonderbareAnerbieten gestellt, als Berichterstatter für die genannteZeitung sich nach Wien zu begeben?) Ratlos, wie er war,geht er, obschon mit innerem Widerstreben, aus diesen Vor-schlag ein.
Auf der Reise nach Wien drängte es ihn, einen Abstecher
r> Derselbe Friedmann zeichnet in Gemeinschaft mit Graetz einenAussatz, der 1848 in den theologischen Jahrbüchern von Bauer und Zeller,Bd. VII, S. 338 erschienen ist: „Über die angebliche Fortdauer des jüdischenOpferkultus nach der Zerstörung des zweiten Tempels". Wie weit der AnteilFriedmanns dabei reicht, ist nicht ersichtlich. Die Einleitung zeigt ganz deutlichdie Art und den Stilcharaktcr von Graetz, der diese Arbeit als die seinige an-zusehen pflegte. Es ist übrigens die einzige Veröffentlichung, die in denJahren von 1846 bis 1851 von ihm ansgegangcn war.
2 ) Nach persönlichen Mitteilungen von Graetz an den Schreiber dieses.