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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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aufzeichnet:Auch diesen rühmlichst bekannten Mann besuchteich und fand einnehmende, Scharfsinn versprechende Züge, abervernachlässigtes Außere und nachlässige, ungrammatische, jamauschelnde Sprache; und dieses wundert mich, da seine Sprachein den Predigten doch recht gediegen und gewählt ist. Er istungefähr in den Vierzigen, trägt einen Bart und scheint so rechtund echt religiös zu sein. Aber sein Tun ist wilder Art, erspricht alles rasch aufeinander, immer hin und her laufend, dieBücher räumend, und zerstreut."

In Leipzig besuchte er seinen Landsmann I)r. F ü r stund berichtet:

Ein kleiner Mann, dessen Gesicht nur von der Kindheitnoch bekannt war, kam mir entgegen. Ich überreichte ihmden von seiner Mutter mir gegebenen Brief, worauf er gleich-gültig erwiderte: Ich werde nächstens schreiben. Als ich ihmaber das Ziel und die Veranlassung meiner Reise sagte, dannihm die Briefe von Hirsch zeigte, ward er anderen Sinnesund sprach ganz freundlich mit mir. Endlich als er einsah, ichsei kein Ignorant, vertraute er mir mehreres und erzählte mirvon seinen wissenschaftlichen Adversairen, brüstete sich, er seiauch Gesenius' Lehrer gewesen, daß er nun mit Ewald versöhntsei, daß ihm die größten Gelehrten Briefe schreiben usw... Ichsprach immer vertrauter mit ihm, und jetzt schieden wir alsFreunde, indem er mich wieder zu sich lud, wenn ich andersüber da bleiben sollte. .... Sollte ich nicht bleiben, somüßte ich ihm versprechen, mit ihm künftig Briefe zu wechseln.Es freute mich besonders, daß Fürst sich nicht taufen lassen undfür das Judentum wirken will. . . . Streben fürs Judentummeint er, sei die erste Bedingnis jedes studierenden Juden,das heißt ihm: streng wissenschaftliches, wohl auch philo-logisches Studium." Um die Zeit während der Reise nichtganz zu vergeuden, begann Graetz unterwegs Griechisch zulernen und benutzte die griechischen Konjugationen dazu, umsich die öden Stunden und die Ungelegenheiten, welche bei demweiten Weg und seinen knappen Mitteln nicht ausbleibenkonnten, und den Kleinmut, welcher ihn infolgedessen öftersbefiel, möglichst zu vertreiben.

In einem elenden Örtchen, wo er des Sabbaths wegengezwungen ist, einen ganzen Tag Rast zu machen, findet erein neues Testament vor und liest es zum ersten Mal. Der