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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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erste Eindruck dieser Lektüre wird folgenderweise von ihm ge-schildert:Trotz der vielen Seltsamkeiten und Widersprüchesprach mich die Sanftmut in Christi Charakter an, aber es stießmich zugleich ab, so daß ich recht konfus wurde."

Am 8. Mai trifft er endlich in Oldenburg ein, wosich eine neue Welt vor ihm auftut.

Hier trat ihm in Samson Raphael Hirsch eine Persönlichkeitentgegen, zu deren geistiger Überlegenheit und sittlicher Hoheiter mit unbedingter Verehrung aufblickt, die all den Erwartungen,mit denen er hergekommen war, auch wirklich entspricht.Hirsch war ein moderner Mensch mit guten, ja vornehmenFormen, obschon er sich jedem geselligen Umgang entzog; zwarklein von Statur, imponierte seine äußere Erscheinung durchgemessene, würdevolle, die Vertraulichkeit ablehnende Haltung.Mit großen Geistesgaben und seltenen Herzenseigenschaftenverband er nicht nur ein reiches theologisches Wissen, sondernauch eine vorzügliche klassische Bildung. Weitausblickende odertiefe Ideen standen ihm nicht gerade zur Verfügung, aber ersprühte von originellen Bemerkungen und anregenden Ein-fällen, welche seinen neuen Schüler in Helle Begeisterung ver-setzten. Er war der einzige wirkliche Lehrer, von dem Graetz'autodidattische Natur wissenschaftliche Impulse empfing, javielleicht der einzige Mann, der auf diesen spröden und selb-ständigen Charakter eine nachhaltige Einwirkung geübt, inso-weit die starte Eigenart seines Wesens es eben zuließ.

Bei seinem Eintreffen in Oldenburg wurde der Ankömm-ling vouHirsch sehr.wohlwollend empfangen und sogleich indessenHaus installiert, wo er fortab Wohnung und Verpflegung erhält.Gleich am anderen Tage wird mit dem Unterricht begonnen,sie beschäftigen sich des Vormittags mit dem Talmud, amspäten Nachmittag mit den Psalmen, und der Jünger fühlt sichvon dem Geist und der durchdringenden Methode, mit der dieExegese dieser Schriftwerke behandelt wird, wunderbar an-gezogen und angeregt, geradezu gehoben. Es kommt nunPlan und Ordnung und Zusammenhang in seine Kenntnisse.Hirsch nimmt sich seines Schützlings wahrhaft väterlich an, erbemüht sich, seinen Geist zu diszipliuieren, seiue sittliche undreligiöse Kraft zu festigeu; dabei hütet er sich, als wenu ihmjetzt schou eiue Ahnung von der ungewöhnlichen Kraft undBegabung dieses nach Wissen und Belehrung lechzenden Jüng-