Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
702
Einzelbild herunterladen
 

702

Chingachgook war ihr vorgekommen und befand sich schon in einigerEntfernung waldeinwärts auf einer Stelle, wo die beiden Pfade,der nach der Garnison und der zu den Dörfern der Delawarenführende, sich trennten. Auch die Soldaten hatten sich schon inMarschlinie gestellt, nachdem sie zuvor die Arche hatten wegtreibenlasten, gänzlich gleichzeitig gegen ihr Schicksal. Alles das sahJudith, aber sie beachtete es nicht. Der Glimmerglas hatte keineReize mehr für sie; und als sie den Fuß aicks Land gesetzt, schlugsie sogleich den Pfad der Soldaten ein, ohne einen einzigen Blickhinter sich zu werfen. Selbst an Hist ging sie vorbei, ohne vonihr Kunde zu nehmen; und dieß bescheidene junge Geschöpf scheutevor Judith's abgewandtcm Gesicht zurück, wie wenn sie selbst einesUnrechts sich schuldig wüßte.

Wartet Ihr hier, Schlange," sagte Wildtödter, der demSchatten der niedergeschlagenen Schönheit folgte, als er an seinemFreund vorbeikam. Ich will nur Judith zu ihrer Gesellschaft ge-leiten, und dann Euch wieder treffen."

Hundert Schritte hatten das Paar dem Auge sowohl derVoranziehenden als der Nachkommenden entzogen, als Judith sichumwandte und sprach.

Das wird genügen, Wildtödter," sagte sie traurig.Ichverstehe Eure Güte und Freundlichkeit, werde ihrer aber nicht- be-dürfen. In wenigen Minuten werde ich die Soldaten erreichen.Da Ihr nicht mit mir die Reise des Lebens antreten wollt, wünscheich nicht, daß Ihr mich auf dieser weiter begleitet. Doch halt!ehe wir scheiden, möchte ich Euch noch Eine Frage vorlegen. Undich verlange von Euch, wie Ihr Gott fürchtet und die Wahrheitehrt, daß Ihr mich mit Eurer Antwort nicht täuschet. Ich weiß,Ihr liebt keine Andere: und ich sehe nur Einen Grund ab, warumIhr mich nicht lieben könnt, nicht lieben wollt. Sagt mir den,Wildtödter," das Mädchen stockte, und die Worte, die sie im Be-griff war zu sagen, schienen sie ersticken zu wollen. Dann all