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lebte», was jedoch nicht der Fall ist — aber wen» Beide nochlebte», so fühle ich mich gegen kein Weib so gesinnt, daß ich Jeneverlassen möchte, um ihr anzuhängen/'
„Das ist genug," antwortete Judith mit beschämter und er-stickter Stimme. „Ich verstehe ganz, was Ihr meint. Heirathenkönnt Ihr nicht ohne Liebe; und diese Liebe fühlt Ihr für michnicht. Antwortet nicht, wenn ich Recht habe, denn ich versteheEuer Schweigen. Dieß schon für sich wird peinlich genug sehn."
Wildtödter gehorchte und antwortete nicht. Länger als eineMinute hielt das Märchen ihre glänzenden Augen auf ihn geheftet,als wollte sie in seiner Seele lesen; während er im Wasser spie-lend da saß, wie ein gestrafter Schulknabe. Dann senkte Judithselbst ihre Nuderschaufel in's Wasser, und trieb das Canoe vonder Stelle weg, mit einer so widerstrebenden Bewegung, als dieGefühle, welche sie dazu veranlaßten. Wildtödter jedoch unter-stützte ruhig ihre Anstrengung und bald waren sie auf der spur-losen Bahn, die der Delaware eingeschlagen.
Auf der Fahrt nach dem Borsprung ward kein Wort mehrzwischen Wildtödter und seiner schönen Begleiterin gewechselt. DaJudith im Vordertheil des Canoes saß, wandte sie ihm den Rückenzu, sonst hätte vermuthlich der Ausdruck ihres Gesichts ihn ver-anlaßt, einige begütigende, tröstende Worte der Freundschaft undAchtung gegen sie zu wagen. Was man kaum hätte erwartensollen — fie empfand noch immer keine Bitterkeit gegen ihn, ob-wohl ihre Farbe häufig von der stammenden Röthe der kränkendenBeschämung zur Bläffe der getäuschten Erwartung überging.Kummer, tiefer herzinniger Kummer jedoch war das vorwaltendeGefühl, und dieser verrieth sich auch in einer nicht zu mißdeuten-den Weise.
Da Keines von Beiden sich sehr anstrengte mit Rudern, wardie Arche schon angekommen und die Mannschaft ausgeschifft, ehedas Canoe mit den zwei Nachzüglern den Vorsprung erreichte.