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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
689
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seine HandIch wünschte, Ihr «ersuchtet es und würdet mehrWildtödtern ähnlich."

Diese Worte sprach fie mit Mühe; eine schwache Rothe folgtedann, die nur einen Augenblick währte; dann ließ sie die Handfahren, und Hetty wandte ihr Angesicht ab, als sey sie mit derWelt fertig. Das geheimnißvolle Gefühl, das sie an den jungenMann gebunden hatte, eine so leise Empfindung, daß sie sich ihrerselbst kaum bewußt geworden war, und die gar nicht hätte bestehenkönnen, wenn ihre Vernunft mehr Herrschaft über ihre Sinnegehabt hätte, verlor sich für immer in Gedanken höherer, obwohlkaum reinerer Art.

Was denkst Du, meine süße Schwester?" flüsterte Judith,sag' es mir, damit ich dir beistehen kann in diesem Augenblick."

Mutter ich sehe Mutter, jetzt, und glänzende Wesen umsie her im See. Warum ist nicht Vater dort? Es ist seltsam,daß ich Mutter sehen kann, während ich Dich nicht sehen kann!Fahrewohl, Judith!"

Die letzten Worte wurden nach einer Pause gesprochen, undihre Schwester hatte sich einige Zeit in angstvoller Beobachtungüber sie hingebeugt, ehe sie bemerkte, daß der sauste Geist ent-flohen war. So starb Hetty Hutter, eines der räthselhastenWesen, die Kettenglieder gleichsam zwischen der materiellen undimmateriellen Welt, die während sie so Viel zu entbehren scheinen,was für diesen Zustand des Daseyns werthvoll und nothwendig ist,der Wahrheit, Reinheit und Einfalt eines andern so nahe kommenund ein so schönes Bild, eine so rührende Anschauung davon gewähren!

Der Wildtödter. 3. Aufl.

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