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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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herabsinkend, klar und vernehmlich blieb. Als aber ihre Schwesterdiese Frage an sie ihat, ergoß sich eine Nöthe über das Angesichtdes sterbenden Mädchens, so zart jedoch, daß sie kaum wahrnehm-bar war, mehr jenem Rosenfarb ähnlich, das man für dasSymbol der Bescheidenheit nimmt, als der Glut dieser Blume inihrer üppigeren Blüthe. Niemand außer Judith bemerkte dießZeichen eines innern Gefühls eine der leisen OffenbarungenWeiblicher Erregbarkeit noch in der Nähe des Todes. Ihr aberblieb es nicht verborgen, und sie verhehlte sich auch den Grunddavon nicht.

Hurry ist hier, liebste Hetty," flüsterte die Schwester, undbeugte sich so nahe über das Gesicht der Leidenden hin, daß keinandres Ohr die Worte vernahm.Soll ich ihm sagen, daß erherantrete, und Deine Segenswünsche empfange?"

Ein leiser Druck der Hand beantwortete die Frage bejahend,und jetzt ward Hurry an das Lager geführt. Vcrmnthlich hattesich dieser hübsche aber rohe Waldmann noch nie zuvor in einerso peinlichen Lage befunden, obwohl die Neigung, welche Hetiyfür ihn fühlte, (eine Art geheime Nachgiebigkeit gegen die In-stinkte der Natur mehr als ein ungeziemender Trieb einer unge-ordneten Einbildungskraft) zu rein und zurückhaltend war, als daßdie geringste Ahnung davon in seiner Seele geweckt worden wäre.Er ließ Judith seine harte, kolossale Hand in Hetty's Händelegen, und stand in verlegenem Stillschweigen, des Ergebnissesharrend da.

Das ist Hurry, Theuerste," flüsterte Judith, sich über ihreSchwester beugend, sich schämend die Worte nur so laut auszu-sprechen, daß sie selbst es horte:sprich zu ihm und entlaß ihn dann."

«Was soll ich ihm sagen, Judith?"

Ha, was Dir immer Dein reiner Geist cingibt, meine Liebe!Vertraue dem, so brauchst du Nichts zu fürchten."

Lebt wohl, Hurry," flüsterte das Mädchen und drückte sanft