Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
686
Einzelbild herunterladen
 

686

kräften besaß, war so klar als nur je, und in mancher Hinsichtwar vielleicht ihr Geist kräftiger als gewöhnlich.

Betrübe Dich nicht so sehr um mich, Judith," sagte die sanfteDulderin, nachdem sie eine Zeit lang nicht gesprochen;ich werdebald Mutter sehen; ich glaube, ich sehe sie jetzt; ihr Angesicht istgerade so hold und lächelnd, wie cs immer war! Vielleicht wennich gestorben bin, gibt mir Gott meine» ganzen Verstand, und ichwerde dann eine passendere Gesellschaft für Mutter, als ich ehe-mals war."

Du wirst ein Engel im Himmel sehn, Hetty," schluchztedie Schwester;kein Geist wird seines heiligen Aufenthalts wür-diger sehn!"

Ich verstehe es nicht ganz; doch weiß ich, es muß Alleswahr sehn; ich habe es in der Bibel gelesen. Wie dunkel eswird! Kann es so bald schon Nacht sehn? Ich kann Dich kaummehr sehen; wo ist Hist?"

Ich hier, armes Mädchen; warum Ihr mich nicht sehen?"

Ich sehe Euch; aber ich konnte nicht unterscheiden, ob Ihres wäret oder Judith. Ich glaube, ich werde Euch nicht langemehr sehen. Hist!"

Mir leid thun das, arme Hctth. Bekümmert Euch nichtdarüber; Bleichgesichter einen Himmel haben für Mädchen, wiefür Krieger."

Wo ist Schlange? Laßt mich mit ihm sprechen gebtmir seine Hand so; ich fühle sie, Delaware, Ihr werdet diesejunge Indianerin lieben und hegen; ich weiß, wie zärtlich sieEuch liebt, und Ihr müßt auch sie lieben. Behandelt sie nichtso, wie Manche von Eurem Volk ihre Weiber behandeln; sehdihr ein rechter Gatte! Jetzt bringt Wildtödter zu mir her; gebtmir seine Hand!"

Dieß Verlangen ward erfüllt, und der Jäger stand neben