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ihn nicht verstehen konnte — „aber der Mingo dort ist kein ge-^wohnlicher Mann, und nicht zn täuschen durch unnatürliche Listen.Die Dinge müssen in ihrer rechten Ordnung vor ihn kommen,um eine Wolke vor seinem Auge zu verbreiten! Es war zuBiel, ihm vorspiegelu zn wollen, daß eine Königin oder vornehmeLady in diesen Bergen lebte, und ohne Zweifel denkt er, die schönenKleider, die ihr tragt, seyen von dem Raube Eures Vaters —oder wenigstens dessen, der für Eure» Vater galt; was auch gernwahrscheinlich ist, wenn Alles wahr ist, was man sagt/'
„In jedem Falle, Wildtödter, wird meine Anwesenheit hierEuch eine Zeit laug fristen. Sie werden schwerlich versuchen, Euchvor meinen Augen zu martern!"
„Warum nicht, Judith? Meint Ihr, fie werden mit einemWeib von den Bleichgesichtern zärtlicher verfahre», als mit ihreneigne»? Es ist wahr, Euer Geschlecht wird Euch selbst höchstwahrscheinlich gegen die Martern schützen, aber Euch nicht EureFreiheit und Euren Skalp sichern. Ich wollte, Ihr wäret nichtgekommen, meine gute Judith, cs kann mir keinen Vortheil, aberEuch großes Unheil bringen!"
„Ich kann Euer Schicksal theilen, antwortete das Mädchenmit großherzigem Enthusiasmus. „Sie sollen Euch kein Leid thnn,so lange ich dabei bin, wenn cs in meiner Macht steht, es zuverhindern — zudem —"
„Zudem, was, Judith? Welche Mittel habt Ihr, indianischerGrausamkeit Einhalt zu thnn, oder indianische Teufeleien abzuwenden?"
„Vielleicht keine, Wildtödter," versetzte das Mädchen mitFestigkeit, „aber ich kann mit meinen Freunden leiden — mit ihnensterben, wenn's nöthig ist."
„Ach! Judith — leide» werdet Ihr vielleicht, aber sterbenwerdet Ihr nicht, als bis die vom Herrn bestimmte Stunde kommt.Es ist unwahrscheinlich, daß Eine von Eurem Geschlecht und EurerSchönheit ein härteres Schicksal trifft, als daß sie das Weib eines