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daher gefühlt, nicht gesehen werden. Ihr versteht doch wohl,glaube ich, was es heißt, ein Versprechen zu geben, gute kleine Hettp ?"
„Gewiß. Ein Versprechen heißt: Ihr wollet etwas thunund das bindet Euch so gut als Euer Wort. Mutter hielt immerihr Versprechen gegen mich und dann sagte sie, es wäre eineSünde, wenn ich nicht meine Versprechen gegen sie und gegenJedermann sonst hielte."
„Ihr habt eine gute Mutter gehabt, in manchen Beziehungen,Kind, was sie auch in andern gewesen seyn mag. Ja, das ist einVersprechen, und wie Ihr sagt, muß es gehalten werden. Nunbin ich vorige Nacht in die Hände der Mingos gefallen, und sieließen mich los, um meine Freunde zu sehen, und Botschaften zuschicken zu den Leuten meiner Farbe, falls von ihnen an meinemSchicksal Theil nehmen, unter der Bedingung, daß ich zurück sey,wenn die Sonne heute mitten am Himmel steht, und erdulde, wasihr Haß und Nachsucht von Qualen ersinnen kann, zur Sühne fürdas Leben des Kriegers, der von meiner Büchse fiel, wie auch fürdas des jungen Weibes, das Hurry erschossen hat, und für andereWiderwärtigkeiten, die ihnen auf dem See und um ihn herum zu-gestoßen sind. Was man ein Versprechen nennt zwischen Mutterund Tochter, oder auch zwischen Fremden in den Ausiedlungen,wird ein Urlaub genannt, wenn ein Soldat gegen einen ander»auf dem Kriegspfad sich dadurch bindet. Und jetzt, denke ich, be-greift Ihr meine Lage, Hetty!"
Das Mädchen gab einige Zeit keine Antwort, aber sie hörteganz auf zu rudern, als ob die neue Idee ihren Geist zu sehrangriffe, um ihr noch eine andere Beschäftigung zu gestatten.Dann setzte sie daS Zwiegespräch ernstlich und mit Bekümmeruiß fort.
„Meint Ihr, die Huronen werden das Herz haben, zu thunwas Ihr sagt, Wildtödter?" fragte sie. „Ich habe sie freundlichund unschädlich gefunden."
„Das ist schon wahr, was ein Wesen wie Euch anbelangt,