Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
589
Einzelbild herunterladen
 

589

gehe», was die Zeit betrifft eines folgt dem ander» ganz natür-lich auf der Ferse."

Ich verstehe Eure Meinung nicht, Wildtödtcr," versetzte dasMädchen, etwas verwirrt darein schauend.Mutter sagte immer,die Leute sollten mit mir deutlicher spreche», als mit den meistenAndern, weil ich schwachsinnig sey. Die Schwachsinnigen fassennicht so leicht, wie die, die Verstand haben."

Nun denn, Hetty, die einfache Wahrheit ist diese. Ihrwißt, daß ich dermalen ein Gefangner von den Huronen bin, undGefangene nicht in Allem nach ihrem Belieben thun können"

Aber wie könnt Ihr ein Gefangner sehn," unterbrach ihnlebhaft das Mädchen,da Ihr doch hier auf dem See sehd, inVaters Rinden-Canoc, und die Indianer in den Wäldern, und garkein Canoe habe»? Das kann nicht wahr sehn, Wildtödtcr!"

Ich wünschte von ganzem Herzen und ganzer Seele, Hetty,daß Ihr Recht hättet, und ich Unrecht, statt daß Ihr jetzt Unrechthabt, und ich der Wahrheit nur zu nahe bin. So frei ich EurenAugen scheine, Mädchen, bin ich doch in Wirklichkeit au Händenund Füßen gebunden."

Ha, es ist wirklich ein großes Unglück keinen Verstand zuhaben! Ich kann nun einmal nicht sehe» noch verstehe», daß Ihrirgend wie ein Gefangner oder gebunden scyd. Wenn Ihr ge-bunden scyd, womit sind denn Eure Hände und Füße gefesselt?"

Mit einem Urlaub, Mädchen; das ist ein Band, das festerbindet als irgend eine Kette, diese kann man brechen, aber jenennicht. Bei Seilen und Ketten kann mau sich mit Messern undListen nnd Schlauheit helfen; aber ein Urlaub kann weder durch-schnitten, noch dnrchfcilt, noch abgestreift werden."

Was für eine Art Ding ist denp ein Urlaub, wenn er stär-ker ist als Hanf oder Eisen? Ich habe noch nie einen Urlaub gesehen."

Ich hoffe, Ihr bekommt nie einen zu fühlen, Mädchen; dasBindende bet diesen Sachen liegt ganz in den Gefühlen, und muß