seines Gesichts beobachtete, geduldig und unterwürfig, wie einemWeib ihres Volkes geziemte. Dann streckte der junge Krieger denArm vor sich aus, als wollte er auf die Herrlichkeit der Scene indieser bezaubernden Stunde hindeuteu, wo das ganze Panorama,wie gewöhnlich, Inder weichen, milden Klarheit eines Frühmorgensprangte, und fuhr mit seiner Hand langsam dem See, den Bergenund dem Himmel entlang. Das Mädchen folgte dieser Bewegungmit vergnügter Bewunderung, lächelnd bei jeder neuen Schönheit,auf die ihr Auge fiel.
„Hugh!" rief der Häuptling in seiner Bewunderung einerselbst ihm so ungewohnten Scene, denn dies war der erste Sec,den er sah. „Das ist das Land des Manitou! Es ist zu gut fürMingos, Hist; aber die Köter dieses Stammes heulen truppweisdurch die Wälder. Sie meinen, die Delaware» schlafen über denBergen."
„Alle, bis auf Einen von ihnen, Chingachgook. Einer isthier; und der ist vom Blute der Unkas!"
„Was ist Ein Krieger gegen einen Stamm? — Der Pfadzu unser» Dörfern ist sehr lang und krumm, und wir haben dahinzu wandern unter einem umwölkten Himmel. Auch fürchte ich,Gaißblattblüthe der Berge, wir werden allein dahin wandern."
Hist verstand die Anspielung nnd sie ward traurig, obwohl esihrem Ohre sich klang, von dem Krieger, den sic so liebte, mit derduftigste» nnd lieblichsten von allen wilden Blumen ihrer heimischenBerge verglichen zu werden. Doch blieb sie stumm, wie ihr geziemte,wen» auf eine ernste Angelegenheit angespielt wurde, welche Männeram besten beurtheilteu, obgleich die Macht der Erziehung bei ihrnicht so viel vermochte, daß sie das Lächeln verhehlt hätte, welchesin Folge des wohlthuenden Eindrucks von Chingachgook's Redejhren hübschen Mund umschwebte.
„Wenn die Sonne so ist," fuhr der Delaware fort, nach demZenith hinaufdeutend, einfach eine Hand und einen Finger durch