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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Und warum nicht? warum nicht, Mädchen? Kinder führendie Namen ihrer jEltcr», naturgemäß, und ais eine Art Gabe;,md warum solltet7Jhr und Hetty nicht auch thun, was Anderevor Euch gethan? Hutter war des alten Mannes Name, undHutter sollte auch seiner Töchter Name seyn; wenigstens bisIhr in gesetzmäßiger und heiliger Ehe weggegebcn werdet."

Ich bin Judith, und nur Judith," versetzte das Mädchenmit Bestimmtheit,bis das Gesetz mir ein Recht auf einen andernNamen gibt. Nie will ich wieder den Thomas Hutter's führen,und auch, mit meiner Einwilligung, Hetty nicht! Hutter warnicht sein eigentlicher Name, wie ich finde; aber hätte er auch eintausendfaches Recht darauf, das würde mir keines geben. Er warnicht mein Vater, dem Himmel scy Dank! obwohl ich nicht Grundhaben mag, stolz zu seyn ans den, der cs war!"

Das ist sonderbar," sagte Wildtödter, das aufgeregte Mädchenscharf anstarrend, begierig, Mehr zu erfahren, aber nicht geneigt,sich nach Dingen zu erkundigen, die ihn streng genommen, Nichtsangingen;ja, das ist sehr seltsam und ungewöhnlich! ThomasHutter war nicht Thomas Hutter, und seine Töchter sind nichtseine Töchter! Wer konnte denn Thomas Hutter seyn, und Wersind seine Töchter?"

Hörtet Ihr nie Gerüchte flüstern gegen das frühere Lebendieses Mannes, Wildtödter?" fragte Judith.Obgleich ich fürsein Kind galt, erreichten doch selbst mein Ohr solche Gerüchte."

Ich will es nicht läugnen, Judith; nein, ich will cs nichtläugnen. Gewisse Dinge wurden gesagt, wie man mir erzählt hat;aber ich bin nicht sehr leichtgläubig gegen Gerüchte. So jung ichbin, habe ich doch lange genug gelebt, um zu lernen, daß es zweiArte» von Charakteren in der Welt gibt: solche, die man sichdurch Thate» erwirbt, und solche die man durch Zungen erwirbt;und so ziehe ich es vor, für mich selbst zu sehen und zu urtheilen,statt daß ich jeden Rachen, der sich nur in Bewegung setzen mag.