460
Charakters und Rufs zwischen den Parteien zu begründen, und,wie die Politiker des Tages es auszudrücken pflegen, ,mit weiter-greifenden Intentionen'. Was die Folgen gewesen wären beieinem Mädchen von Judith's bekannter Heftigkeit und ihrem zu-verlässigen Widerwillen gegen den Sprecher, ist nicht leicht zusagen; aber gerade jetzt verrietst Hutter durch unzweideutige An-zeichen, daß er seinem letzten Augenblick nahe war. Judith undHetty waren am Sterbebette ihrer Mutter gestanden; Keine vonBeiden brauchte daher auf die eintretende Krise aufmerksam ge-macht zu werden, und jede Spur von Erbitterung schwand ansder Ersteren Antlitz. Hutter öffnete seine Auge», und versuchtesogar mit der Hand um sich zu tasten,, ein Zeichen, daß ihn dasGesicht verließ. Eine Minute darauf wurde. sein Athem röchelnd,— eine Pause folgte, wo die Respiration ganz anfhörte; und danntrat der letzte, langgezogene Seufzer ein, mit welchem, wie manglaubt, der Geist den Körper verläßt. Dieß plötzliche Erlöschendes Lebens eines Menschen, der bisher eine so wichtige Stelleausgefüllt auf der kleinen Seene, wo auch er eine Rolle zu spielengehabt, machte allem Hin- und Herredcn ein Ende.
Der Tag verstrich ohne weitere Unterbrechung, und die Hu-ronen, obwohl im Besitz eines Canoes, schienen mit ihrem Erfolgso weit zufrieden, daß sie allen weitern Anschlägen gegen dasCastell unmittelbar vor der Hand entsagten. . Es wäre in derThat kein gefahrloses Unternehmen gewesen, sich ihm zu nähernunter den Büchsen derjenigen, die, wie man wußte, sich jetztdrinnen befanden, und wahrscheinlich von diesem Umstand mehr alsvon irgend einem andern, rührte die Waffenruhe her. Mittler-weile wurden Anstalten zur Bestattung Hntter's getroffen. /Ihnauf dem Land zu begraben war nnthunlich, und Hctth wünschte,sein Leichnam möchte an der Seite des Leichnams ihrer Mutter imSee ruhen. Sie vermochte eine Rede von ihm anzuführen, woriner selbst den See ,den Familienbegräbnißplatz' genannt hatte.