459
bekomme», wie Ihr sie den Huronen gern herunter gerissen hättet,um Geld zu bekomme» von dem Gouverneur von Dort."
Judith sprach mit einer große» Anstrengung, sich den Scheinder Fassung zu geben, aber es lag weder in ihrer Natur, noch inder Stimmung des Augenblicks, ganz ohne Bitterkeit zu sprechen.Ihr scharfer nachdrücklicher Ton sowohl als ihr ganzes Wesen ver-anlaßteu Hetty vorwurfsvoll aufzuschauen. i
„Das sind hohe Worte aus dem Munde der Tochter vonThomas Hutter, während Thomas Hutter sterbend vor ihrenAugen liegt," crwiederte Hurry scharf.
^„Gvtt sey dafür gepriesen! — welchen Vorwurf cs auch ansmeine arme Mutter laden mag, ich bin nicht Thomas Hutter'sTochter!"
„Nicht Thomas Hutter's Tochter! —' Verläugnet den altenBurschen nicht in seinen letzten Augenblicken, Judith, denn dasist eine Sünde, die der Herr nie vergeben wird. Wenn Ihr nichtThomas Hutter's Tochter seyd, Wessen Tochter seyd Ihr denn?"
Diese Frage demüthigte den rebellischen Geist Judith's; dennindem sie eines Vaters los ward,.von welchem gestehen zu dürfen,daß sie ihn nie geliebt habe, sie als eine Herzenserleichterungempfand, übersah sie den wichtigen Umstand, daß kein Stellver-treter in Bereitschaft war, seinen Platz einzunehmem)
„Ich kan» Euch nicht sagen, Hurry, wer mein Vater war,"antwortete sie/milder^ „ich hoffe, er war wenigstens ei» ehrlicherMann." °
„Was Mehr ist, als Ihr von dem alte» Hutter glaubt sagenzu können? Nun, Judith, ich will nicht läugnen, daß arge Ge-schichten im Umlauf waren, Floating Tom betreffend, aber Werist, der nicht einen Kratz davon trüge, wenn ein Feind den Rechenführt? Es gibt Leute, die arge Sachen sagen von mir; und selbstIhr, so eine große Schönheit Ihr seyd, entgeht ihnen nicht immer."
Dieß ward gesagt in der Absicht, eine Art Gleichheit des