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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Küste vor Anker lag, als nur irgend die Rücksicht auf Sicherheiträthlich machte. Judith war erfahren iu der Handhabung einesRindencanoes, dessen Leichtigkeit mehr Geschicklichkeit als Krafterheischte; und sie trieb ihr kleines Fahrzeug rasch über das Wasserhin, sobald sie ihre Unterredung mit Hctty beendigt und den Ent-schluß znrückzukehren, gefaßt hatte. Aber noch immer war keineArche zu sehen. Einige Male glaubten die Schwestern, sie zuerblicken, hervorragend in der Finsterniß, wie ein niedrer, schwarzerFels; aber jedesmal fand sich, daß es entweder eine optischeTäuschung, oder ein Auswuchs von Laubwerk an der Küste ge-wesen war. Nach einem halbstündigen Suchen drängte sich denMädchen die unwillkommne Ueberzeugung auf, daß die Arche sichentfernt habe.

Die meisten Mädchen hätten wohl die peinliche Verlegenheitihrer Lage im physischen Sinne unter den Umständen, in welchensich die verlassenen Schwestern befanden, eher empfunden, als irgendsonstige Besorgnisse. Bei Judith verhielt sich dieß nicht so; undselbst Hetty empfand mehr Unruhe wegen der Beweggründe, dieihren Vater und Hurry möchten geleitet haben, als Besorgnissewegen ihrer Sicherheit.

Es kann doch nicht seyn, Hetty," sagte Judith, als diegenaueste Nachsuchung Beide überzeugt hatte, daß keine Arche zufinden war;cs kann doch nicht seyn, daß Indianer auf Flößenoder gar ohne solche herangeschwommen sind, und unsre Freundeim Schlaf überrascht haben?"

Ich glaube nicht, daß Hist und Chingachgook schlafen würden,ehe sie einander Alles gesagt, was sie sich nach einer so langenTrennung zu sagen hatten glaubst Du es, Schwester?"

Vielleicht nicht, Kind. Vielerlei konnte sie wach halten, aberEin Indianer mochte überrascht werden, selbst wenn er nicht schlief,zumal da seine Gedanken bei andern Dingen verweilt haben mögen.Doch aber sollten wir ein Geräusch hören; denn in einer Nacht,