erhörte Neigung zu Grunde. Immer noch trachtend, seinen Gefan-genen zu verführen oder zu bestechen, um in den Besitz der Schätzezu kommen, womit seine Einbildungskraft das Castell anfüllte,setzte er seine Angriffe beharrlich fort.
„Falkenauge spricht mit einem Freund," sagte er. „Er weiß,daß Rivenoak der Mann seines Wortes ist, denn sie haben mit-einander gehandelt, und Handel öffnet die Seele. Mein Freund isthieher gekommen wegen einer kleinen Schnur, von einem Mädchenfestgehalten, welche den mannhaftesten Krieger ganz und gar nachsich reißen kann?"
„Jetzt seyd Ihr der Wahrheit näher, Hurone, als je zuvor,seit unser Gespräch begonnen. Aber das eine Ende dieser Schnurwar nicht an meinem Herzen befestigt, auch haftete keines an derWilden Rose."
„Das ist wunderbar! Liebt mein Bruder mit seinem Kopfund nicht mit seinem Herze»? Und kann die Schwachsinnige sohart an einem so mannhaften Krieger zerren?"
„Da ist es wieder! manchmal richtig und manchmal falsch!Die Schnur, davon Ihr sprächet, ist befestigt an dem Herzeneines großen Delawaren; eigentlich Eines vom Mohikanstamm, derunter den Delawaren lebt seit der Zerstreuung seines eignen Volkesund der Familie der Unkas — Chingachgook mit Namen, oderGroße Schlange. Er ist hieher gekommen, geleitet von jenerSchnur, und ich bin ihm gefolgt, oder vielmehr ging ihm voran,denn ich kam zuerst hieher, durch nichts Stärkeres hergezogen, alsdurch Freundschaft, die stark genug ist bei Solchen, die nicht neidischsind mit ihren Gefühlen und gern auch ein Wenig für ihre Mit-geschöpfe leben, so gut wie für sich selbst."
„Aber eine Schnur hat zwei Enden — eines ist befestigt amHerzen eines MohikanS, und das andere —?"
„Ha, das andere war hier, dicht am Feuer, noch vor einer