ihr stand. Das Eintreten dieser Beiden war, da sie MokkastnS anden Füßen hatten, fast ohne alles Geräusch erfolgt; aber so uner-wartet und verstohlen sie sich jetzt näherten, vermochten sie dochWildtödter's Selbstbeherrschung nicht zn erschüttern. Sein Ersteswar, daß er schnell ans delawarisch zu seinem Freunde sprach undihn warnte, sich versteckt zu halten und auf der Hut zn sehn; dasNächste, daß er an die Thür trat, um sich von dem Umfang derGefahr zn vergewissern. Niemand sonst jedoch war gekommen;und ein einfaches Fahrzeug, iu Gestalt eines Floßes, das nebender Arche schwamm, erklärte sofort, auf welche Art Hetty heran-gekommen. Zwei gefallene und trockne, und daher schwimmendeTannenstämme waren zusammengebunden mit Pflöcken und Weide»,und eine kleine Plattform von Flußkastanienholz war kunstlos daraufangebracht. Hier hatte Hetty auf einem Holzscheit gesessen, wäh-rend der junge Irokese das rohe und schwerbewcgliche, aber voll-kommen sichere Fahrzeug von der Küste hieher ruderte. SobaldWildtüdter diesen Floß genau in's Auge gefaßt und sich versicherthatte, daß sonst Nichts in der Nähe war, schüttelte er den Kopfund murmelte iu seiner Art, mit sich selbst zu reden:
„Das kommt dabei heraus, wenn man in andrer Leute Schrän-ken wühlt! Wären wir aufmerksam und wachsam gewesen, so hättenie eine solche Ueberraschung stattfinden können; und daß uns diesenStreich ein Knabe spielt, zeigt uns, was wir zu erwarten haben,wenn die alten Krieger selbst sich recht daran machen, ihre TückenauSznführen. Jndeß, eS bahnt uns den Weg zn einer Unterhandlungüber das Löscgcld, und ich will hören, was Hetty zn sagen hat."
Judith zeigte, sobald ihre Ueberraschung und ihr Schreckenein wenig sich gelegt hatten, eine geziemende, zärtliche Freude überdie Rückkunft ihrer Schwester. Sie drückte sie an ihre Brust undküßte sie, wie ihre Gewohnheit gewesen in den Tagen ihrer Kind-heit und Unschuld. Hetty selbst war weniger ergriffen; denn fürsie gab cS keine Ueberraschung, und ihre Nerven waren gestählt