Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
264
Einzelbild herunterladen
 

26-1

würde ihn bald verderben; und wie würde sich ein paar rother Armeausnchmen, durch diese kurzen, spitzenbesetzten Ermel geschoben!"

Alles ganz wahr, Mädchen; und Ihr könntet fortfahren undsagen, er scy ganz außer Zeit und Ort und Clima in dieserGegend überhaupt- Was geht es uns an, wie mit den schönenSachen umgegangen wird, wen» sie nur unfern Wünschen zurErfüllung verhelfen? Ich sehe nicht ein, welchen Gebrauch EuerVater von solche» Kleidern mache» will: und es ist ein Glück, daßer Sachen hat, die für ihn werthlos, für Andre einen hohen Preishaben. Wir können keinen bessern Handel für ihn schließen, alsdiesen Tand für seine Freiheit zu bieten. Wir werfen das leichteFlitterzeug dazu, und bekommen dann Hurrh in Kauf."

So denkt Ihr also nicht, Wildtödter, daß Thomas HutierJemand in seiner Familie habe ein Kind eine Tochter, derdieser Anzug nach billigem Ermessen Wohl ansteht, und die darindann und wann, wäre cs auch nur nach langen Zwischenzeitenund nur zum Scherz zu sehen, Ihr selbst wünschen könntet?"

Ich verstehe Euch, Judith ja, jetzt verstehe ich EureMeinung, und ich glaube, ich darf auch sagen: Eure Wünsche.Daß Ihr in diesem Anzug so Prächtig seyd, wie die auf- oderuntergchende Sonne an einen. Oktobertag, gebe ich gerne zu: unddaß Ihr ihm herrlich ansteht, ist um ein gut Tbeil gewisser, alsdaß er Euch an- und zusteht. Es sind Gaben in den Kleidernwie in andern Dingen. Nun glaube ich nicht, daß ein Kriegerauf seinem ersten Kriegspfad dieselben entsetzlichen Bemalungenannehmen darf, wie ein Häuptling, dessen Tugend erprobt ist, undder aus Erfahrung weiß, daß er seinen Ansprüchen keine Schandemachen wird. So ist es mit uns Allen, Nöthen oder Weißen.Ihr sepd Thomas Hutter'S Tochter und dieß Weiberkleld wardgemacht für das Kind irgend eines Gouverneurs, oder für eineDame von hohem Stand; und cs sollte getragen werden in Häu-sern mit schöner Einrichtung und in vornehmer Gesellschaft. In