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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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suche».Es ist richtig so, wie Zeder sehen kann; und das istAlles i» der Natur gegründet. Eine Schwester liebt schöne Sachen übermäßig, wie Manche behaupten; während die Andere sosanft und dcmüthig ist, wie Gott nur je die Güte und Wahrheitselbst erschuf. Doch glaube ich am Ende, daß auch Judith ihreTugenden und Hettp ihre Fehler hat."

Und die ,Geistschwache' hat den Schrank offen gesehen?" er-kundigte sich Chingachgook, forschende Neugier in seinen Blicken.

Gewiß: das Hab' ich ans ihrem eignen Munde gehört, undIhr auch. Es scheint, ihr Vater mißtraut ihrer Verschwiegenheitnicht, obschon vielleicht der seiner älter» Tochter."

Dann ist wohl der Schlüssel nur vor der Wilden Rose ver-steckt?" Denn so hatte der galante Chingachgook Judith in seinenGesprächen mit seinem Freund allein zu nennen angefangen.

Das ist's. Das ist's gerade! Der Einen traut er, und derAndern nicht. Da ist weiß und roth, Schlange; alle Stämme undNationen kommen darin überein, daß sie Manchen trauen, undManche» ihr Vertrauen versagen. Es kommt auf Charakter undllrtheil au."

Wo könnte ein Schlüssel versteckt werden, daß die Wilde Noseihn gewiß nicht fände, wo eher als unter groben Kleidern?"

Wildtödter stutzte, wandte sich gegen seinen Freund, Bewun-derung in jedem Zuge seines Gesichts sich malend, und lachte rechtin seiner stillen aber herzlichen Weise über das Sinnreiche undRasche dieser Vermnthung.

Euer Name ist Wohl angelegt! Schlange ja, er ist wohlangelegt! Ganz gewiß! wo sollte eine Liebhaberin von schönenPutzsachen so wenig nachsnchen, als unter so groben und unschein-bare» Kleivern, wie die der armen Hetty sind? Ich glaube, Ju-diths zarte Finger habe» nie ein Fleckchen so grobes und unschönesTuch angerührt, wie das an diesem Uuterrock, seit sie zuerst mitden Ofsiciercn Bekanntschaft machte! Ja, wer weiß? der Schlüssel