behandelt. Schönheit ist bei den Franc» der amerikanischen Urbe-wohner, ehe sie die Mühsale von Weiber» und Müttern dnrchzu-machen haben, keineswegs ungewöhnlich. In diesem Punkt warendie ursprünglichen Inhaber des Landes ihren civilisirteren Nachfol-gern nicht unähnlich; die Natur schien ihnen die Zartheit derZüge und Umrisse verliehen zu haben, welche einen so großenReiz des jugendlichen Weibes ansmacht, aber deren sie so früheverlustig werden, und zwar ebenso sehr in Folge der Einrich-tungen und Verhältnisse des häuslichen Lebens, als ans andernUrsachen.
Das Mädchen, welches Hetty so plötzlich angchalten hatte,war bekleidet mit einem Calico-Mantel, welcher den ganzen obernTheil ihres Körpers recht gut schützte, während ein kurzer Unter-rock von blauem Tuch mit goldnen Borten gesäumt, der nur bisan's Knie reichte, gleiche Beinkleider und Moccasins von Hirschlederihren Anzug vollendeten. Ihr Haar fiel in langen dunklen Flechtenüber Schultern und Rücken und war über einer nieder», glattenStirne gescheitelt in einer Art, daß dadurch der Ausdruck vonAugen voll Schlauheit und natürlichen! Gefühl gemildert wurde.Ihr Gesicht war oval, von feinen Zügen; die Zähne waren gleichund weiß, während der Mund eine schwermüthige Weichheit aus-sprach, als trüge er diesen eigenthümlichen Ausdruck vermöge in-stinktmäßigcn Bewußtseyns des Schicksals eines Geschöpfs, das vonder Geburt au dazu verurtheilt war, die Mühsale des Weibes,erhöht noch durch die Gefühle und Zärtlichkeit ihres Geschlechts zuerdulden. Ihre Stimme, wie schon angedeutet, war sanft, wiedas Seufzen der Nachtluft, eine bezeichnende Eigenthümlichkeit derWeiber ihrer Race, an ihr selbst aber so auffallend, daß sie daherden Namen Wah-ta!-Wah bekommen hatte, — Europäisch etwamit Hist-oh!-Hist* auszudrücken.
Diesen seltsamen Name» auch in's Deutsche zu übertragen, wäre eingewagter und undankbarer Versuch; die Bedeutung ist: Bscht! oh! Bscht!