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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
186
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Judith," sagte der junge Manu, sie anblickend mit einemLächeln und einem Ausdruck ernster Neugier, der trotz der wachsendenDunkelheit dem beobachtende» Blicke des Mädchens nicht entging,könnt Ihr cs übers Herz bringen, Euch von Euren schönenSachen zu trennen, um Gesangne zu befreien, von denen freilichder Eine Euer eigner Vater, der Andre Euer geschworner Lieb-haber und Freier ist?"

Die Röthe, die sich über das Antlitz des Mädchens ergoß,hatte ihren Grund theils in Verdruß und llnmuth, vielleicht abernoch mehr in einem edlern, neuen Gefühle, das, in Verbindungmit dem launenhaften Eigensinn ihres Geschmacks, sie binnen kurzerZeit empfindlicher für die gute Meinung des ihr jene Frage ver-legenden Jünglings gemacht hatte, als sie gegen das Urtheil jedesAndern war. Mit instinktartiger Raschheit die Anwandlung vonAerger unterdrückend, antwortete ste mit einer Geradheit undWahrheit, welche ihre Schwester herbeizogcn, um auch zuzuhören,obgleich der stumpfe Geist Hetty's keineswegs die Bewegungeneines Herzens zu verstehen vermochte, das so vcrrätherisch, so un-zuverlässig und so ungestüm in seinen Gefühlen war, wie das derverwöhnten und vielgeschmeicheltcn Schönen.

Wildtödter," antwortete Judith nach einer augenblickliche»Pause,ich will ehrlich seyn gegen Euch. Ich gestehe, es wareine Zeit, wo das, was Ihr schöne Sachen nennt, mir das Liebsteauf Erden war; aber ich fange an, anders zu denken und zufühlen. Obgleich Hurry Harry mir Nichts ist, Nichts werdenkann, würde ich doch Alles, was ich besitze, hingebcn, ihn frei zumachen. Wenn ich dieß thäte für den tobenden, tollen, geschwätzigenHurry, der nichts Empfehlendes hat als sein gutes Aussehen,könnt Ihr darnach schließen, was ich für meinen Vater thäte."

Das klingt gut, und ist gemäß eines Weibes Gaben. Achja freilich! dasselbe Gefühl findet sich auch wohl bei den jungenWeibern der Delaware». Ich habe ste oft und viel ihre Eitelkeit