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brauchte, r»» nicht einen Verdacht gegen ihre Klngbeit, wo nichtgegen ihre Sittlichkeit anfkommen zu lassen. Bei Wildtödter jedochWare» solche Blicke einer so ungünstigen Deutung weniger auSge-setzt; denn sie sah ihn selten an, ohne viel von der Aufrichtigkeitund Natur zu zeigen, welche die reinsten Gefühle des Weibesbegleiten. Es war etwas auffallend, daß bei der längcrn Gefangen-schaft ihres Vaters keines von den Mädchen eine große Unruheum ihn an den Tag legte; aber wie schon gesagt, ihre Lebens-erfahrnngen und Gewohnheiten machten sie zuversichtlich und siesahen seiner Befreiung mittelst eines Lösegelds mit einer Sicherheitentgegen, die großcntheils ihre anscheinende Gleichgültigkeit erklärenkonnte. Schon früher einmal war Hutter in den Händen derIrokesen gewesen, und wenige Häute hatten leicht seine Befreiungerkauft. Dieser Vorfall jedoch hatte, was die Schwestern nichtwußten, zur Zeit des Friedens zwischen England und Frankreichstatt gehabt, wo die Wilden durch die Politik der verschiednenColonialregiernngen im Zaum gehalten wurden, statt, wie jetzt, zuihren Verbrechen und Grausamkeiten ermuthigt zu werden.
Während Judith in ihrer Weise redselig und zutraulich war,blieb Hctty nachdenklich und schweigsam. Einmal zwar trat sienahe zu Wildtödter hin und befragte ihn etwas genauer überseine Absichten, so wie über die Art, wie er seinen Plan anszuführengedenke; aber weiter ging ihr Verlangen, sich mit ihm zu unter-halten, nicht. Sobald ihre einfachen Fragen beantwortet waren —und das wurden sie alle anfs befriedigendste und wohlwollendste —entfernte sie sich wieder ans ihren Sitz, und fuhr fort, an einemgroben Kleidungsstück zu arbeiten, das sie für ihren Vater fertigte,manchmal leise eine schwermüthige Weise vor sich hin summend,und oft seufzend.
So verstrich die Zeit; und als die Sonne anfing, hinter demSaum des Fichtenwaldes zu glühen, der den westlichen Bergbegrenzte, oder etwa zwanzig Minuten vor ihrem wirklichen