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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Nichts so bald jene Entzauberung bewirkt, welche die nothwcudigeFolge einer Nichtzusammcnstimmung von Erscheinung und Beneh-men ist, als eine gemeine Betonung der Stimme oder der Gebrauchunedler Worte. Judith und ihre Schwester waren auffallendeAusnahmen unter alle» Mädchen ihrer Elaste, die ganze Grenzeentlang; die Ofstciere der nächsten Garnison hatten der Erstemoft geschmeichelt mit der Versicherung, daß wenige Damen in denStädten sich besser als sie ans diesen wichtigen Punkt verständen.Dieß war zwar weit nicht buchstäblich wahr, aber doch so weit,daß das Compliment ihr füglicherwcise konnte gemacht werden.Die Mädchen verdankten diesen Vorzug ihrer Mutter, denn siehatten in der Kindheit schon von ihr diese vortheilhafte Eigenschaftangenommen, die kein späteres Studium und Arbeit ohne eineSchattenseite zn geben vermag, wenn man nicht in der frühemLebcnsperiode darauf geachtet hat. Wer diese Mutter war, odervielmehr gewesen war, wnßte Niemand als Hutter. Sie war jetztzwei Sommer todt, und wie Hnrry erzählte, war sie im Seeversenkt worden: ob ans einem gewissen Vomrtheil, oder aus Wider-willen gegen die Mühe, ihr ein Grab zu graben, war oft Gegen-stand der Erörterung unter den rohen Wesen jener Gegend gewesen.Judith hatte die Stelle nie besucht, Hetty aber war bei der Be-stattung zugegen gewesen, und sie ruderte oft »m Sonnenunter-gang oder beim Mondschein ein Canoe an die Stelle, und starrtehinab in das durchsichtige Wasser, in der Hoffnung, doch einmalmit Einem flüchtigen Blick die Gestalt erschauen zu können, diesie von Kindheit an bis zn der traurigen Stunde des Scheidensso zärtlich geliebt hatte.

Müssen wir den Felsen genau in dem Augenblick erreichen,wo die Sonne untergeht?" fragte Judith den jungen Mann, wiesie neben einander standen, Wildtödter das Steuerruder haltend,und sie mit der Nadel an einem feinen Kleidungsstück arbeitend,daö weit über ihrer Stellung im Leben und eine völlige Neuheit