162
„Wem, er so viel Klugheit besitzt, können wir eine» nützlichenFreund an ihm erwarten, falls nicht sein eignes Geschäft in dieserGegend ihn hindert, uns zn dienen."
„Ich sehe nicht, was cS diel schaden könnte, wenn ich Euchsein Vorhaben sage, und da Ihr vielleicht Mittel findet, uns be-hnlflich zu seyn, will ich Euch und Hetty in die ganze Sacheeinweihen, im Vertrauen, daß Ihr das Gcheimniß wie Euer eignesbewahre» werdet. Ihr müßt wissen, daß Chingachgook ein hübscherIndianer ist, sehr gerne gesehen und bewundert von den jungenWeiber» seines Stammes, sowohl wegen seiner Familie, als wegenseiner selbst. Nun ist ein Häuptling, der eine Tochter hat, Wah-ta!-Wah genannt, was in unsrer Sprache Hist-oh!-Hist be-deutet, das rarste Mädchen unter den Delaware», die von allenjungen Kriegern des Stammes am meisten znm Weib gewünschtund begehrt wird. Nun, unter den Andern fand anch ChingachgookGeschmack an Wah-ta!-Wah, und Wa-ta!-Wah fand Ge-schmack an ihm." Hier hielt Wildtödter einen Augenblick inne;denn als er so weit in seiner Erzählung gekommen, stand HettpHutter aus, näherte sich ihm, und stellte sich anfmcrksam an seinKnie hin, wie ein Kind näher rückt, um ans die Mährchen seinerMutter zu horchen. „Ja, er fand Gefallen an ihr, und sie anihm," begann Hirschtödter wieder, nachdem er einen freundlichenbeifälligen Blick auf das unschuldige, hörbegicrige Mädchen gewor-fen, „und wenn das einmal so ist, und alle Eltern sind einver-standen, so ist es nicht oft der Fall, daß das junge Paar soverborgen bleibt. Chingachgook konnte nicht wohl eine solcheBeute davontragen, ohne sich Feinde zn machen unter denen, diesie ebenso begehrten wie er. Ein gewisser Briarthorn,* wie wirihn englisch nennen, oder Vokommen, wie er im Indianischen heißt,nahm es sich am meisten zu Herzen, und wir haben ihn im Ver-dacht, daß er bei Allem, was nun folgte, eine Hand im Spiel' Brcmbeerdorn.