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was Ihr ausgesprochen hättet ohne die Besorgnis, mir — ich willsagen uns — wehe zu thun; denn Hetty liebt ihren Vater ebensosehr als ich. Aber so denken wir nicht von den Indianern. Sieskalpiren nie einen unverletzten Gefangenen, sondern schleppen ihnlieber lebendig mit sich sort, wenn nicht freilich etwa das heftigeVerlangen ihn zu martern sie übermannt. Ich fürchte Nichts fürmeines Vaters Skalp und wenig für sei» Leben. Könnten sie inder Nacht uns überfallen, so würde uns wahrscheinlich Alle dießgrausame Schicksal treffen; aber in offnem Kampf gefangne» Män-nern geschieht selten ein Leid; wenigstens nicht eher als bis dieZeit des Marternö kommt."
„Das ist Ueberlieferung, ich geb' es zu, und ist Brauch —aber, Judith, kennt Ihr das Vorhaben, mit welchem Euer Vaterund Hutter gegen die Wilden auszogcn?"
„Ja; und ein grausames Vorhaben war es! Aber was wolltIhr? Menschen bleiben Menschen; und Manche selbst, die inGold und Silber cinherstolziren, und des Königs Bestallung inder Tasche haben, sind nicht frei von der gleichen Grausamkeit."Judiths Augen flammten wieder, aber mit gewaltsamer Anstrengungbehauptete sie ihre Fassung. „Ich werde warn,, wenn ich an alldas Unrecht denke, das Menschen thun," fuhr sie fort, und bemühtesich zu lächeln, ein Versuch, der nur mittelmäßig gelang. „Allesdas ist einfältiges Zeug. Was geschehen ist, ist geschehe», undkann durch Klagen nicht gebessert werde». Aber die Indianerdenken so wenig an's Blutvergießen, nnd schätzen Männer so sehrwegen der Kühnheit ihrer Unternehmungen, daß, wüßten sie dasVorhaben, auf welches ihre Gefangenen ausgingen, sie sie eherdeshalb ehren, als ihnen ein Leid thun würden."
„Eine Zeit lang, Judith; ja ich gebe das zu, eine Zeit lang.Aber wenn dieß Gefühl verschwindet, dann stellt sich die Nachsuchtein. Wir müssen versuchen, Chingachgook und ich, wir müssen^ versuchen und sehen, was wir thun können, Hurry und Euren