134
und alle seine Kräfte gesammelt und gespannt; aber statt vorwärtszu gehen und zu feuern, ließ er seine Büchse sinken in der Art,wie ein Waidmaun thut, der im Begriff ist, seinen Zielpunkt in'sAuge zu fassen, und murmelte vor sich hin, selbst nicht wissend,daß er sprach:
„Nein, nein — das mag Kriegführung der Rothhäute sehn,aber es ist gegen die Gaben eines Christen. Mag der Elendeladen, und dann wollen wir es abmachen wie Männer; denn dasCanoe darf er und soll er nicht haben. Nein, nein! Zeit soll erhaben znm Laden, und Gott wird sich des Rechts annehmen!"
Während dieser ganzen Zeit war der Indianer so mit sich undseinen Bewegungen beschäftigt, daß er nicht einmal wußte, daßsein Feind im Walde sich befand. Seine einzige Befürchtung wardie, das Canoe möchte in Besitz genommen und wcggeführt wer-den, ehe er gefaßt wäre, dieß zu verhindern. Er hatte instinct-mäßig den Schutz des Baumes gesucht, befand sich aber nurwenige Schritte von dem Saum von Buschwerk entfernt, undkonnte in einem Augenblick am Rande des Waldes sey», bereit zufeuern. Der Abstand zwischen ihm und seinem Feind betrugetwa fünfzig Schritte und die Bäume waren von der Natur sogeordnet, daß der Blick durch kein Hinderniß unterbrochen wurde,außer durch eben die Bäume, hinter welchen die beiden Feindesich bargen.
Sobald der Wilde seine Büchse geladen, sah er sich um,und schritt vor, unvorsichtig, in Betracht der wirklichen Stellungseines Feindes, aber verstohlen und behutsam in Bezug auf die-jenige, worin er denselben fälschlich vermuthete, bis er ganz freiund unbeschützt dastand. Jetzt trat Wildtödter hinter seinem Ver-steck hervor und rief ihn an.
„Hierher, Rothhant; hierher, wenn Ihr mich sucht," rief erihm zu. „Ich bin jung im Krieg, aber nicht so jung, daß ich aufeinen freien, off.nen Uferplatz träte, um mich wie eine Eule