dem Tau an, und in einem höchst kritischen Zeitpunkt: die Fähreverdoppelte ihre Bewegung, und schien unter dem Baum weg zugleiten, als wüßte sie, welche Gefahr über ihr schwebte. Die In-dianer, bemerkend, daß sie entdeckt waren, stießen ihr fürchterlichesKriegsgeheul aus, eilten auf dem Baume vorwärts, und sprangenverzweifelten Muthes auf ihre sicher geglaubte Beute loS. ESwaren ihrer sechs auf dem Baum und Alle machten den Versuch.Alle, außer dem Anführer, fielen in den Fluß, mehr oder minderentfernt von der Arche, je nachdem sie früher oder später an denPlatz des Absprungs kamen. Der Häuptling, der den gefährlichenersten Posten eingenommen, und so früher zum Sprung kam alsdie klebrigen, errei chte noch die Fähre gerade am Hintertheil. DerSprung wurde so ziemlich höher als er vermnthet hatte, er wardleicht betäubt, und blieb einen Augenblick halb gebeugt und seinerLage nicht recht bewußt. In diesem Augenblick stürzte Judith ausder Cajüte hervor, ihre Schönheit noch erhöht durch die Aufregungdieses kecken Beginnens, wodurch ihre Wange von hohem Purpurüberzogen wurde, und all ihre Kraft mit gewaltiger Anstrengungzusammenraffend, stieß sie den Eindringling über den Rand derFähre hinaus, kopfüber in den Fluß. Nicht sobald hatte sie dieseentschlossene That ausgcführt, als das Weib wieder sein Rechtbehauptete; Judith schaute über den Spiegel hinaus, um zu sehen,was aus dem Manne geworden, und der Ausdruck ihrer Augenmilderte sich zur Theiluahme; dann flammte ihre Wange, halb vorSchaam, halb vor Uebcrraschung über ihre eigne Verwegenheit;und dann lachte sie in ihrer lustigen und holdseligen Art. Allesdieß ging in weniger als einer Minute vor, als sich der ArmWildtödters um ihren Leib schlang, und sie sich rasch unter denSchutz der Cajüte zurückgezogen sah. Dieser Rückzug geschahnicht zu bald. Kaum waren Beide in Sicherheit, als der Waldsich mit gellendem Geschrei erfüllte, und Kugeln an die Plankenzu schlagen anfingen.
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