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sie Gott auch jetzt noch dafür, daß das, was vorgefallen war, sichwenigstens vor ihren Augen ereignet hatte, so daß sie ihren Geliebtenwenigstens in seinen letzten Stunden Pflegen »ich ihn durch ihrGebet aufrichten konnte. Wir wurden eine Unwahrheit sagen, wennwir behaupteten, sie habe jetzt nicht die vollste Liebe, ja alle dieZärtlichkeit für Raoul gefühlt, welche den Hauptbestandtheil in demWesen eines WeibcS bildet; aber ihr Geist war jetzt auf das Schlimmstegefaßt und ihre Gedanken nur noch auf das Leben Jenseits gerichtet.
Eine lange Panse war vorhergegangen: Raonl hatte fortwährendmit starrem Blick die Sternendecke über ihm betrachtet.
„ES ist doch eigen, Ghita," begann er endlich, „daß ich, NaoulUvard — der Kaper — der Mann der Kriege und Stürme —heftiger Kämpfe und haarscharfer Todesgefahren — hier auf diesemFelsen sterben soll, während alle diese Sterne gleichsam auf mich herab-schauen und aus Deinem Himmel auf mich herniederzulächeln scheinen."
„Warum sollte er nicht Dein Himmel so gut wie der meinigesehn, Raoul?" antwortete Ghita zitternd. „Er ist ebenso groß wieDer, der darin wohnt — dessen Thron er ist — und vermag Allein. sich zu fassen, die Ihn lieben und Seine Gnade suchen."
„Glaubst Du, ein Mann meines Gleichen werde vor SeinemAngesichte Zutritt finden, Ghita?"
„O zweifle nicht daran: Er selbst ist ja frei von Jrrthum undSchwäche und Sein heiliger Geist erbarmt sich der Reuigen undBekümmerten. O theuerster, th-ucrstcr Raoul, wenn Du nurbeten wolltest!"
Ein Strahl, fast wie Triumph, zuckte über das Antlitz desVerwundeten; Ghita erhob sich in dem Drange ihrer Erwartungund stand über ihn hingebeugt, während sich in ihren Zügen eineaugenblickliche Hoffnung aussprach.
„Ilion Keu-lb'ollet!" rief Naoul, indem seine Zunge den vorüber-blitzenden Gedanken aussprach, der jenes Lächeln des Triumphs aufseinem Antlitze hervorgerufen hatte — „Du wenigstens bist entronnen!